Im Porträt: Stephan Albrech über seine Rolle als Vermögensverwalter

Der Vermögensverwalter sollte erster Ansprechpartner fürs Kundenvermögen sein. Dafür muss er aber neben der klassischen Portfolioverwaltung auch noch andere Bereiche abdecken.

Wenn Stephan Albrech, Gründer und Vorstand der unabhängigen Vermögensverwaltung Albrech & Cie. aus Köln, über die Rolle des Vermögensverwalters spricht, wird seine Haltung schnell deutlich. „Der Mehrwert des Vermögensverwalters bemisst sich nicht allein daran, dass er eine Performance aufweist. Sondern viel wichtiger ist, das spüren wir immer wieder, die Konzentration auf das, was den Kunden wirklich umtreibt. Und das sind eben zumeist seine ganz persönlichen Themen rund um sein Vermögen, von der Frage nach der familiären und eigenen Absicherung über die frühzeitige Gestaltung der Vermögensübertragung bis hin zur Gründung einer Stiftung oder der Testamentsvollstreckung. Dafür, und für viele andere Fragen mehr, wollen wir der erste Ansprechpartner unserer Kunden sein und ihnen damit Hilfestellungen weit über die liquide Vermögensverwaltung hinaus geben.“

Stephan Albrech

Leistungen des Family Officer abdecken

Immer wieder fällt auch der Begriff des Family Officer. Für Stephan Albrech, der nach vielen Jahren bei einer renommierten Privatbank 1996 den Schritt in die Selbstständigkeit ging und sein Unternehmen seitdem zu einem der größten freien Vermögensverwalter des Rheinlandes ausgebaut hat, sollte ein moderner Vermögensverwalter zumindest vom Grundsatz her bestimmte Leistungen des Family Officer abdecken können. Dazu zählt der Kölner, der sich privat in der Stiftung „Kölsch Hätz Nachbarschaftshilfen“ engagiert und in der Karnevalssession 2020 Karnevalsprinz in seinem Stadtteil Rodenkirchen ist, vor allem den Aufbau und die Nutzung stabiler Expertennetzwerke.

„Wenn wir erster Ansprechpartner fürs Kundenvermögen sein wollen, dann müssen wir auch in der Lage sein, alle Themen des Kunden bearbeiten zu können. Vieles wissen und können wir, aber was wir nicht wissen oder dürfen, geben wir gerne in unser etabliertes Netzwerk aus Rechtsanwälten, Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern und Stiftungsberatern für den größtmöglichen Nutzen unserer Mandanten“, betont Stephan Albrech. Auf diese Weise fungiere die Vermögensverwaltung als Schnittstelle zwischen Kunden und Dienstleistern und behalte den Überblick – das sei genauso wichtig wie ordentliche Ergebnisse in der Vermögensverwaltung, um eine lange Kundenbindung und -zufriedenheit zu herzustellen.

 

Verwaltung des Stiftungsvermögens

Ein konkretes Beispiel sei die Gründung einer gemeinnützigen Stiftung, die Stephan Albrech ja privat bereits vollzogen hat. Immer mehr Kunden diskutierten mit ihm, wie sie ihr Vermögen auch über ihre eigene Lebenszeit hinaus sinnvoll und sinnstiftend einsetzen könnten – und da komme eben die gemeinnützige Stiftung ins Spiel. „Wir helfen unseren Mandanten auf den Weg der Konzeption und Stiftungsgründung, bringen sie mit den richtigen Beratern für alle steuerlichen und rechtlichen Aspekte zusammen und begleiten sie später natürlich auch bei der Verwaltung des Stiftungsvermögens, damit sie die Stiftungszwecke aus den Erträgen des Kapitals bestmöglich erfüllen können.“

Apropos Vermögensverwaltung: Albrech & Cie. ist kein klassisches Aktienhaus wie viele andere Verwalter, sondern zeigt sich grundsätzlich offen allen Assetklassen gegenüber, ob liquide oder illiquide. Was Stephan Albrech und seine Kollegen im Portfoliomanagement selbst nicht umsetzen können oder wollen, decken sie mit den Produkten externer Manager ab. Dazu zählt Albrech beispielsweise Nachhaltigkeitsthemen oder spezielle Bereiche wie Absolute Return. „Wo es Sinn ergibt, greifen wir natürlich auf externe Expertise und Produkte zurück, um für unsere Kunden einen Zugang zu bestimmten Themen zu eröffnen oder im Sinne des Rendite-Risikoprofils breiter zu diversifizieren. Wichtig ist für uns eine hohe Transparenz bei den Fremdprodukten, die zunächst einen strukturierten Prozess unseres Portfoliomanagements durchlaufen müssen, um eingesetzt werden zu können.“

Der Vermögensverwalter rät übrigens mit Blick auf die Wirtschaft und die globalen politischen und ökomischen Entwicklungen und Risiken, das Risikomanagement an die erste Stelle aller Portfolioüberlegungen zu stellen. „Man kann nicht früh genug mit der Absicherung anfangen. So lassen sich beispielsweise Gold und deutsche Staatsanleihen weiterhin sehr gut einsetzen, um potenziell stärkeren Schwankungen an den Märkten zu begegnen.“ Das hat Stephan Albrech übrigens schon vor rund anderthalb Jahren vorausgesagt und damit begonnen, einen Puffer in die Depots seiner Kunden einzubauen – die richtige Entscheidung, wie sich mit Blick auf ein ruppiger werdendes Umfeld zeigt.