Verzicht auf Photoshop: Dove führt Gütesiegel in Deutschland ein

Dove positioniert sich als authentische Marke

Dove gilt seit jeher als authentische Marke, doch vor allem das neue Gütesiegel soll dem Image der Marke einen Auftrieb geben. Wie die Marke mitteilte, werden nur noch leibhaftige Frauen im Rahmen der Produktwerbung präsentiert. Das neue Gütesiegel „Keine digitale Veränderung“ soll ein Siegel für eine zunehmende Realitätsnähe sein und für diese Qualität in der Werbung bürgen. 

Sophie Galvani, die Dove Global Vizepräsidentin, sieht Dove als eine Marke, welche seit vielen Jahren für wahre Schönheit steht. Demnach hat die Marke auf die digitale Veränderung der Models verzichtet und sich stetig in für Frauen und wahre Schönheit engagiert. Für Kunden soll das Siegel eine Orientierungshilfe sein, die bereits auf einem Blick offenbart, ob eine Fotografie oder bearbeitet ist. Durch dieses Vorgehen soll der allgemeine Schönheitsdruck unter Frauen gesenkt werden. Zudem hofft das Unternehmen, dass andere Marken dieses Gütesiegel adaptieren. Laut den Aussagen des Unternehmens sollen sämtliche Produkte mit diesem Gütesiegel ausgestattet werden und verdeutlichen, dass die Models das Markenversprechen reflektieren. Vor allem soll das Siegel verdeutlichen, dass Schönheit eine Quelle des Selbstbewusstsein ist. 


Gütesiegel soll weltweit ausgerollt werden

Bereits im Jahr 2019 wird das Siegel auf sämtlichen Werbeformaten, welche Frauen darstellen abgebildet. Die Kennzeichnung soll Kunden auf der ganzen Welt auf die Echtheit der Werbung hinweisen und einen Cut zum klassischen Medienkonsum bilden. Zudem sollen andere Marken dazu animiert werden einen ähnlichen Weg zu gehen. Vor allem verfälschte Marketing-Kampagnen können zu einem negativen Image beim Kunden führen, sodass der Konzern dies vermeiden möchte. Zudem wird schlichtweg ein Ziel kommuniziert, welches nicht erreichbar ist. Vor allem junge Mädchen leiden unter dem Druck des perfekten Schönheitsideals. Bereits die sozialen Medien stellen Filter und Bearbeitungsmöglichkeiten für die eigenen Fotos bereit und sorgen somit für unrealistische Erwartungen. 

Vor allem die Studie „Dove Global Beauty and Confidence Report“ verdeutlicht, dass die Frauen eher misstrauisch gegenüber Bildern aus Medien sind. Rund 77 Prozent der Frauen denken daher, dass die Bilder in den Medien und auf den Produkten bearbeitet sind. Zudem fühlen sich 69 Prozent der Frauen durch solche Werbemittel unter Druck gesetzt. Daraus resultiert eine Verunsicherung und ein sinkendes Selbstwertgefühl. 

In kommenden Marketingaktionen wird das Unternehmen die Bildbearbeitung lediglich zur Retusche von Hautirritationen, Lippenstift auf den Zähnen oder ungewollten Schattenwürfen benutzen. Demnach werden keine Eingriffe in die Anatomie des Models vorgenommen. Insbesondere die Veränderung der Augenfarbe, die Anpassung der Lippen oder das Entfernen von Falten ist somit verboten. 

Im Rahmen der Marketing-Kampagne verschiebt das Unternehmen den Druck von den Kunden auf die Marken, denn diese müssten auch gegen den aktuellen Schönheitswahn arbeiten. Ein gemeinsamer Auftritt gegen digitale Verfälschungen kann dazu beitragen, eine neue Generation selbstbewusster Menschen zu schaffen. Mit dem Film „Dove Evolution“ verdeutlicht das Unternehmen die Bandbreite der digitalen Bearbeitungsmöglichkeiten im heutigen Mediengeschäft. Zudem wird auf den Druck, unter welchem Frauen stehen, hingewiesen.