Viele gute Gründe für firmeninterne Aktienprogramme

Der Besitz von Aktien des eigenen Arbeitgebers hat sich in Amerika längst zur Normalität entwickelt. Besonders in der Weihnachtszeit steht es Mitarbeitern in der Regel frei sich zu entscheiden, ob sie ein Aktienpaket oder eine feste Vergütung haben möchten. In Deutschland ist es noch eine Seltenheit, auf den Aktienmärkten Papiere des eigenen Arbeitgebers zu zeichnen. Dabei ist es für beide Seiten eine tolle Möglichkeit, ein gemeinsames Ziel zu fokussieren.

Es gibt inzwischen eine Vielzahl von guten Gründen, warum es sich für beide Seiten lohnen kann, entsprechende Programme zum internen Zeichnen von Aktien aufzusetzen. An erster Stelle steht dabei natürlich immer die Identifikation. Als Aktionär ist man nicht nur ein Zahnrad in der gut geölten Maschine eines Unternehmens, sondern theoretisch einer der Eigner. Das bedeutet auch, dass das Wohl der Firma schon im eigenen finanziellen Interesse ist. Ähnliche Experimente, bei denen Mitarbeiter gar die ganze Kontrolle über das Unternehmen erhalten haben, zeigen, dass diese gestiegene Identifikation auch die Performance und sonstige Arbeitsleistung von Mitarbeitern positiv beeinflussen können.

Zum anderen ist gerade in der heutigen Zeit der Aufbau von Vermögen natürlich von hoher Wichtigkeit. Entsprechende Äußerungen von hohen Vertretern wurden als arrogant aufgenommen, de facto ist aber die Situation in Deutschland derart kritisch, dass Aktien eine der besten Möglichkeiten sind, um ein wenig für das Alter vorzusorgen. Mit den betrieblichen Programmen kann so ein Einstieg in die Welt der Aktien geliefert werden. In jedem Fall wird die Rendite aus Aktien später helfen.

In den Vereinigten Staaten ist es inzwischen relativ normal, dass die Mitarbeiter ab einer bestimmten Ebene einen Zugang zu Vorzugsaktien oder normalen Anteilen am Unternehmen erhalten. Zum einen ist es für die Firmen selbst eine Möglichkeit, Gratifikationen auszugeben, ohne dabei zu stark die eigene Liquidität anzugreifen. Zum anderen versprechen die Aktien in der Regel eine erheblich bessere Wertsteigerung als jedes Geschenk oder einfaches Bargeld jemals könnte. Und mit immerhin 80% aller Aktien in Deutschland, bei denen eine Wertsteigerung von bis zu 50 Prozent zu bemerken war, lohnt sich dieses Prinzip auch für deutsche Unternehmen.


Deutsche Rechtslage unsicher - entsprechende Anpassungen sind nötig

Neben der allgemeinen Kultur beim Thema Aktien vom eigenen Arbeitgeber, ist auch die Rechtslage ein wenig unklar. Zum einen ist es so, dass in Deutschland die Besteuerung von Aktien und Gewinnen aus Aktien im schlimmsten Fall doppelt erfolgen kann. Mit der Abgeltungssteuer wird dafür gesorgt, dass die entsprechenden Programme sich im direkten Vergleich mit anderen Optionen zumindest steuerlich nicht immer lohnen. Nach der Ansicht von Experten findet hier eine eindeutige Diskriminierung der Aktienprogramme im Vergleich mit anderen Gratifikationen für die Mitarbeiter statt. Ein anderes Problem ist der steuer- und abgabenfreie Betrag von 360 Euro. Damit befindet man sich nicht nur im direkten europäischen Vergleich ganz weit unten, sondern sorgt vor allem dafür, dass viele der Programme für die Arbeitgeber und Arbeitnehmer im gleichen Maße wenig finanzielle Anziehungskraft entwickeln. Eine Erhöhung des Freibetrags auf 1000 Euro sollte das Minimum sein - und für den Anfang neuen Spielraum bei dem Thema gewähren.

Die Studien zu dem Thema beschäftigen sich zudem vor allem mit den langfristigen Renditen. Es sollte möglich sein, mit der Hilfe von gezeichneten Aktien eine langfristige Investition in das eigene Unternehmen zu tätigen, die nicht nur moralischen Charakter hat. Und tatsächlich zeigen die Modelle, dass zwischen 25 und 75 Prozent Rendite zu jeder Zeit möglich sind. Dazu kommen natürlich noch Einzelfälle - etwa StartUps, die erst später an die Börse gehen. So oder so bietet die Möglichkeit, Aktien vom eigenen Arbeitgeber zu zeichnen, für beide Seiten eine Vielzahl an interessanten Vorteilen.