Volatile Märkte: Auf Kurs bleiben in unruhigen Zeiten

Strategien für den Umgang mit Marktverzerrungen und das konsequente Festhalten an bewährten Anlageprozessen können Anlegern helfen, die Höhen und Tiefen der erhöhten Risiken in volatilen Märkten zu überstehen, glaubt Nick Clay, Portfoliomanager der Newton1 Investment Management Global Equity Income Strategie.

Nachdem nach einer Phase stetig steigender Märkte im Jahr 2017 die Volatilität zurückgekehrt ist, sollten Anleger vorschnelle Handlungen vermeiden, die Nerven behalten und sich an bewährte Prozesse und Strategien halten, meint Clay.

Auf der BNY Mellon Northern Investment Conference 2018 in Edinburgh zog er einen Vergleich zwischen Investments und Bergsteigen und sagte, dass Anleger auf unerwartete Marktveränderungen vorbereitet sein sollten.

„Wahrscheinlich eine der wichtigsten Gemeinsamkeiten mit dem Bergsteigen ist, dass die meisten Todesfälle von Bergsteigern sich beim Abstieg ereignen und nicht beim Aufstieg, da zu viel Energie und Ressourcen bereits beim Aufstieg verbraucht wurden.“

„Genauso verhält es sich beim Investieren. Wenn Sie auf dem Weg nach oben zu viele Risiken in Ihrem Portfolio eingehen, werden Sie nicht überleben, da es immer Marktereignisse geben wird, die Sie auf dem Weg nach unten überraschen werden.“

Laut Clay ist der aktuelle Investmentmarkt von subjektiven Anlegerneigungen geprägt, die unvorsichtige Anleger in die Irre führen können.

Diese Neigung, so fügt er hinzu, überzeugt die Anleger oftmals, ihren Ansatz genau an dem Punkt zu ändern, an dem sie an ihren bestehenden langfristigen Strategien festhalten müssten.

„Wenn Anleger unter Druck geraten, brauchen sie insbesondere dann, wenn der Druck am größten ist, einen Prozess, an dem sie festhalten können, um eine Vielzahl möglicher Szenarien zu überleben. Alles, was heute passiert, deutet jedoch darauf hin, dass einige Anleger Vorsicht, Disziplin und Prozesstreue außer Acht lassen. Sie versuchen, clever zu sein, zu einem Zeitpunkt, da sie sich auf ihre grundlegenden langfristigen Prozesse und Strategien konzentrieren sollten.“

Vor dem Hintergrund der weitreichenden Marktverzerrungen, die durch die quantitative Lockerung hervorgerufen werden, bleibt Clay vorsichtig gegenüber den Entwicklungen, die sich seiner Meinung nach letztendlich als kurzlebige Marktmoden herausstellen könnten. Insbesondere verweist er auf die jüngsten Zuflüsse in fremdkapitallastige börsengehandelte Indexfonds (Exchanged Traded Funds) in den USA, den scheinbar grenzenlosen Höhenflug der so genannten FAANG-Technologieaktien und den jüngsten Boom der europäischen Hochzinsanleihen als kurzfristige Trends, die zuweilen zu ungerechtfertigten Marktverzerrungen führen.

„Allzu oft werden Märkte von der Angst getrieben, etwas zu verpassen. Wir sind als Menschen so veranlagt, dass wir das nächste große Ding nicht verpassen wollen. Die Realität ist, dass es unglaublich schwierig sein kann, die besten Anlagemöglichkeiten in Bereichen wie der Technologie zu identifizieren.“

„Die Erfahrung zeigt uns, dass der meteorhafte Aufstieg mancher Investments, wie beispielsweise die FAANG-Aktien oder der im gesamten Jahr 2017 zu beobachtende konstante Anstieg der Märkte, nicht ewig anhalten kann. Obwohl 2017 der Markt nahezu perfekt war, gab es viele grundlegende Risiken, die von einigen Anlegern ignoriert wurden und die nun zu einer erneuten Volatilität führen.“

Clay ist der Auffassung, dass langfristig orientierte Anleger mehr gewinnen können, wenn sie ihr Engagement in den am schlechtesten abschneidenden Aktien verringern anstatt oftmals vergeblich zu versuchen, sich in die rentabelsten Investments in steigenden Märkten einzukaufen.

„Eine konsistente Anlagephilosophie und konsistente Anlageprozesse sollten Ihre Chancen auf erfolgreiche Investments verbessern. Der Schlüssel liegt darin, die schlimmsten Marktphasen zu vermeiden, anstatt sich auf die besten zu konzentrieren.“

„Wie beim Bergsteigen auch kann alles Mögliche passieren. Beim Investieren geht es nicht darum, gewaltige Risiken einzugehen, um den Gipfel zu erreichen. Es geht darum, zu überleben und die Abwärtsbewegungen auf den Märkten zu vermeiden – unter allen Bedingungen.“

In Bezug auf die Marktaussichten ist Clay nach wie vor besorgt über die Auswirkungen der sich nun abschwächenden quantitativen Lockerung sowie über die enorme Verschuldung, die sich in einigen Sektoren aufgebaut hat.

„Viele Unternehmen haben die Phase der quantitativen Lockerung und die Fülle an billigen Krediten genutzt, sich bis zum Anschlag zu verschulden. Die Unternehmensverschuldung ist wieder auf Rekordniveau, die Zinsdeckung dieser Schulden jedoch auf einem historischen Tiefstand. Daraus sollten wir lernen, aber viele Anleger ziehen es vor, diese Fakten zu ignorieren, in der Hoffnung, noch mehr Geld zu verdienen.“

„Angesichts der Vollbeschäftigung und der längsten Hausse in der Geschichte der US-Märkte haben wir vielleicht das Ende des jüngsten Konjunkturzyklus erreicht. So oder so: Es ist wichtig, dass die Anleger die Prozesse und Strategien gestalten, an die sie sich halten können, um eine Vielzahl von Entwicklungen und schwierigen Bedingungen zu überleben.“


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