Volvo stellt Börsenpläne zurück

Der geplante Börsengang von Volvo wird für die nahe Zukunft auf Eis gelegt. Obwohl es bereits Pläne gegeben hat, die bekannte Marke in den Handel zu bringen, haben verschiedenste Bedenken dazu geführt, dass man nun erst einmal von der Idee abrückt und sich stattdessen weiter auf die Konsolidierung der eigenen Marke konzentriert. Vor allem der chinesische Chef Li Shufu hat angesichts der Entwicklungen im Handelsstreit zwischen den USA und China die Notbremse gezogen.

Eigentlich hat der chinesische Volvo-Eigentümer Geely den Börsengang der schwedischen Marke in den vergangenen Monaten immer weiter vorangetrieben. Es gab konkrete Pläne, vom Kapital auf dem Börsenmarkt zu profitieren und auf diese Weise den Wert der Marke Volvo noch weiter zu erhöhen. Nun hat man allerdings die Pläne vorerst zurück in die Schublade gelegt, was vor allem damit zu tun hat, dass der Eigner einer unsicheren Zeit entgegenblickt. Angesichts der Handelsstreitigkeiten zwischen China und den USA ist es nicht sicher, wie die verschiedenen europäischen Automarken in den USA behandelt werden und ob der Zeitpunkt für einen Gang an die Börse nicht etwa falsch gewählt sein könnte. Es waren dabei auch Bedenken der schwedischen Investoren hinter Volvo, die darauf gedrängt haben, dass man auf diesen Schritt vorerst verzichtet.

Nach den letzten Gesprächen und Verhandlungen zwischen Europa, den USA und China scheinen die Experten auf der Seite von Volvo nicht sicher zu sein, ob man den Börsenkurs auch nach dem Eintritt auf dem Markt noch vertreten kann. Angesichts dessen, dass verschiedenste schwedische Investoren ihr Geld in Volvo gesteckt haben und darauf hoffen, dass der Börsengang eine entsprechende Rendite abwirft, hat man sich nun entschieden lieber etwas zu warten. Schließlich könnte es angesichts der unsicheren Situation schnell passieren, dass der Börsenkurs schon kurz nach dem Gang an die Börse einbricht - wenn die USA sich etwa entscheiden, dass die Strafzölle auf Autos auch in Europa in voller Geltung in Kraft treten sollen.
  

Produktion einiger Modelle wird aus China abgezogen

Der U.S. Präsident Donald Trump hatte bereits kürzlich damit gedroht, dass es ein weiteres Paket an Strafzöllen für Produkte aus China geben könnte. Damit wäre eine neue Eskalationsstufe in dem schwelenden Streit zwischen den beiden Großmächten erreicht. Während Experten auf der einen Seite hoffen, dass sich alsbald eine Lösung für das Problem finden wird, haben Volvo und der chinesische Eigner Geely bereits jetzt notwendige Schritte eingeleitet, damit die Marke nicht zu sehr von den neuerlichen Konflikten betroffen ist.

Volvo produziert seit einigen Jahren in Fabriken in allen drei Blöcken der Konflikte. Während es in den USA eine eigene Fabrik für Produkte für den amerikanischen Markt gibt, hat man zum Beispiel die Produktion einiger neuer Modelle für alle Märkte ebenfalls in die Fabrik nach China verlegt. Dieser Schritt wurde nun rückgängig gemacht: Der neue SUV von Volvo wird wieder in Schweden produziert, womit man dne ersten Strafzöllen entgangen ist. Somit werden nur noch Autos für den chinesischen Markt auch in China produziert. Sollte Donald Trump seine Drohungen neuer Zölle für chinesische Produkte umsetzen, wären die Produkte von Volvo in den USA nicht mehr zu wettbewerbsfähigen Preisen vermarktbar. Entsprechend wichtig war es, dass man sich für den Moment entschieden hat, dass die Produktion wieder zurück nach Europa verlegt hat.

Ob und wie der Börsengang in einer nahen Zukunft stattfinden kann und wird ist damit unsicher. Es kann gut sein, dass man darauf wartet, dass es eine beständige Verständigung zwischen den Großmächten gibt. Angesichts dessen, dass der Börsengang schon seit einiger Zeit erwartet wird, dürfte es für die Anleger kein Problem sein, wenn sie noch einige Monate auf den Gang an die Börsen warten. Das daraus resultierende Kapital für die Marke ist aber wichtig für Volvo und soll dafür sorgen, dass man mit anderen Herstellern aus Europa und den USA gleichziehen kann.