Vorsicht! Steuern auf Bitcoin und anderen Kryptowährungen

Privat oder betrieblich

Grundsätzlich sind die steuerlichen Folgen von Geschäften mit Kryptowährungen davon abhängig, ob die Geschäfte im privaten oder betrieblichen Bereich abgewickelt wurden. Für den Privatnutzer ist relevant, wie die Veräußerung versteuert wird. Dabei geht es um den Verkauf von Kryptowährungen gegen Euro auf einer Handelsplattform. Dieses wird als Veräußerungsgeschäft in der Steuererklärung angesehen. Je nach persönlichem Steuersatz fallen dabei Steuern von 14 bis 45 Prozent an.

Der Veräußerungstatbestand gilt ebenfalls, wenn man Bitcoins als Zahlungsmittel verwendet, um damit Waren oder Dienstleistungen zu bezahlen. Als Veräußerungspreis gilt hierbei der Wert der Waren und Dienstleistungen, der durch den Kauf mit Kryptowährungen erhalten wurde. Auch der Kauf von Euros oder anderen Fiatwährungen mit Kryptowährungen fällt unter diese Regelung.

Steuerrechtlich gilt das auch als Verkauf. Steuerrechtlich relevant ist der erzielte Kursgewinn. Die Anschaffungskosten für die Kryptowährungen werden vom Verkaufspreis abgezogen. Die anfallenden Gebühren und Transaktionskosten zählen dabei als Spesen. Das alles gilt auch, wenn mit der Kryptowährung eine andere Kryptowährung gekauft wird.


Ausnahmen

Im Grunde gelten dieselben Regeln wie beim Verkauf von Gold, Fremdwährungen oder Sammlerobjekten. Steuerfrei ist die Anschaffung, wenn der Gewinn mit Kryptowährungen pro Jahr weniger als 600 Euro beträgt. Liegt der Gewinn auch nur einen Cent drüber, fallen Steuern an. Hält man die Kryptowährungen allerdings ein Jahr lang und verkauft sie erst nach dieser Frist, dann ist der erzielte Gewinn steuerfrei. Die Abgeltungssteuer und der Sparerpauschbetrag für Singles und veranlagte Paare fallen nicht an.


Verluste

Verluste können innerhalb der Jahresfrist ebenfalls in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Diese Verluste gehören im Formular in die Anlage SO. Die Miesen lassen sich nur mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften verrechnen. Gibt es keine Gewinne, dann werden die Miesen vom Finanzamt in das künftige Steuerjahr vorgetragen. Auch hier lassen sich die Verluste nur mit Gewinnen aus Spekulationsgeschäften verrechnen.


Kryptowährungen für Unternehmen

Gewerblich tätige Personen und Unternehmen können keine privaten Veräußerungsgeschäfte tätigen. Geschäfte mit Kryptowährungen gehören zu den Einkünften aus dem Gewerbebetrieb. Hier gibt es auch keine Mindesthaltedauer. Je nach Rechtsform des Unternehmens erliegen die Gewinne der Einkommenssteuer, der Körperschaftssteuer und der Gewerbesteuer.


Noch viele Fragen beim ICO

Die steuerrechtliche Lage bei ICOs, also Initial Coin Offerings, konnte bislang nicht gänzlich geklärt werden. Das gilt für die Käufer des Tokens als auch für das Unternehmen, das sie verkauft. Hier sollte man sich im Vorfeld umfassend beraten lassen.