Wachstumsprognose verfehlt: Starbucks schließt 150 Filialen in den USA

Die bekannte Kaffeehauskette Starbucks beendet scheinbar ihre aggressive Expansionsstrategie. Wie der Konzern am Mittwoch mitteilte, sollen 2019 im Hauptmarkt USA 150 Cafés geschlossen werden. Die Starbucks-Aktie fiel um fast zwei Prozent.

150 Starbucks-Filialen in Ballungsgebieten müssen schließen

Vor allem in großen Ballungsgebieten stellt die zunehmende Konkurrenz eine Bedrohung für Platzhirsch Starbucks dar. Andere Cafés und Fast-Food-Ketten machen dem Kaffeeriesen hier besonders schwer zu schaffen. Zuletzt sei die Leistung, laut Konzernchef Kevin Johnson, „nicht akzeptabel“ gewesen. Daher müssen die 150 Filialen, die nicht erfolgreich genug seien, schließen. Zunächst sollten nur rund 100 Kaffeehäuser dichtgemacht werden.


Schwächelnder Umsatz und neue Kundenbedürfnisse

Der Umsatz von Starbucks wird im dritten Quartal um einen Prozent zulegen. Führende Analysten hatten ein Plus von drei Prozent prognostiziert. Neben der erstarkten Konkurrenz ist vor allem die veränderte Nachfrage ein Hauptgrund für den unerwarteten Umsatzrückgang. Dem zunehmenden Gesundheitsbewusstsein der Kunden will man nun mit neu kreierten Kaltgetränken entgegenkommen. Durch eine aggressive Expansionsstrategie könnte der Konzern aber auch selbst zu seiner Krise beigetragen haben. Alleine in den letzten drei Jahren wurden 2000 neue Starbucks-Filialen in den USA eröffnet. Damit ist das in Seattle ansässige Unternehmen mit 14.300 Niederlassungen in den Vereinigten Staaten stärker vertreten als der Fast-Food-Gigant McDonalds. In den vergangenen Jahren wurden die Wachstumserwartungen bereits mehrmals verfehlt. Daher erklärte Gründer Howard Schulz, der aus einem kleinen Kaffeehaus ein globales Unternehmen mit weltweit mehr als 28.000 Filialen formte, vor wenigen Wochen seinen Rücktritt zum 26. Juni.


Verkauf der Einzelhandelsrechte für 7,15 Milliarden Dollar

Im Mai erklärte der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé die weltweiten Vermarktungsrechte für die Starbucks-Produkte im Einzelhandel zu übernehmen. Dies spült 7,15 Milliarden US-Dollar in die Kassen. Diese Einnahmen sollen, neben den Ersparnissen aus den Filialschließungen, für neue Investitionen benutzt werden. So erklärte der Kevin Johnson, dass man so Starbucks „für die Zukunft“ rüsten möchte. Denn der derzeitige Standard entspreche „nicht unserer Marke und ist ganz einfach nicht annehmbar“.