Warren Buffett: Das ist meine größte Schwachstelle

Warren Buffet gilt als einer der erfolgreichsten Investoren der Geschichte und sein Unternehmen Berkshire Hathaway verdeutlicht den Erfolg. Buffet, auch bekannt als „Orakel von Omaha“ hat jedoch auch eine Schwäche, welche einen Einfluss auf das eigene Unternehmen haben könnte.


Warren Buffet – einer der größten Investoren

Mittlerweile warten Millionen von Privatanleger auf die regelmäßige Bekanntgabe der neusten Käufe und Verkäufe, welche Buffet im Laufe des letzten Quartals getätigt hat. Dies ist allerdings nur ein kleines Anzeichen für das hohe Gewicht, welches den Investmententscheidungen des Börsengurus entgegengebracht wird. In seiner kompletten Laufbahn konnte Buffet stets beweisen, dass er ein goldenes Händchen für die Auswahl der richtigen Unternehmen hatte. Insbesondere seine Value-Strategie wurde von vielen Anlegern adaptiert. Im Kern dieser Strategie ist Buffet stets auf der Suche nach Unternehmen, die unterhalb des eigenen Wertes notieren. Allerdings gab Buffet mehrmals zu verstehen, dass er nicht immer alles richtig mache. Unvergesslich bleibt die Hauptversammlung des Jahres 2014, als Buffet besonders ausführlich auf seinen „Schwachpunkt“ einging.


Buffets Schwachpunkt – die praktische Verwaltung

Buffet gilt definitiv nicht als aktivistischer Investor. Demnach sieht er einen Schwachpunkt in seinen langsamen Personalwechseln. Insbesondere die praktische Verwaltung seiner Unternehmen führe er lediglich „schlampig“ durch. Dies gehe sogar so weit, dass er seinen Tochterunternehmen sogar blind glaubt und keine Prüfung der Geldeingänge vornimmt. Zudem prüfe er nicht, ob das Unternehmen überhaupt existiere. Diese schlechte Verwaltung könnte sogar dazu führen, dass Buffets Investmentholding wichtige Entwicklungen bei den Tochterunternehmen verpassen könnte. Doch diesen Charakterzug muss sich Buffet mit seiner rechten Hand und zugleich besten Freund Charlie Munger teilen. Dieser Charakterzug äußerte sich bereits in der Vergangenheit, denn beide Manager ersetzten einen guten Freund trotz besonders schlechter Leistungen in einem der Unternehmen nicht schnell genug. Dies führte zu einer deutlich schlechteren Entwicklung.


Chancen bereits verpasst

Munger brach für das Verhalten der beiden Börsen-Promis jedoch eine Lanze, obwohl dadurch bereits mehrfach bestehende Chancen verpasst wurden. Laut Munger würde aufgrund dieses Charakterzuges jedoch auch vieles besser funktionieren, da somit eine Kultur des verdienten Vertrauens geschaffen wird. Aus diesem Grund werden sämtliche Manager aufgrund des entgegengebrachten Vertrauens und nicht ausschließlich aufgrund einer Leistung berufen. Zudem bekannte sich auch Buffet zu diesem Vergehen und trat den Kritikern entgegen, da weder Munger noch Buffet als „Zuchtmeister“ für Personal gelten. Demnach würde des Öfteren etwas schiefgehen, wenn dem Management zu viel Spielraum für Entscheidungen gelassen werde. Allerdings wurden die positiven Auswirkungen dieses Entscheidungsspielraums bisher nur wenig berücksichtigt.

Insbesondere der Umstand, dass viele Unternehmen dazu bereit sind, Anteile an Bershire Hathaway zu verkaufen, gehört laut Munger und Buffet zu diesen Vorteilen. Somit sind die entsprechenden Unternehmen dazu bereit, einen niedrigeren Verkaufspreis zu akzeptieren, da Buffet als vertrauenswürdig und kompetent gilt.

Der Blick auf Berkshire Hathaway verdeutlicht zudem, dass die Entscheidungen Buffets und Mungers grundsätzlich richtig waren. Laut den Aussagen des Starinvestors gehören Fehlgriffe jedoch zum Börsenalltag und sind verzeihlich. Dabei müssen diese jedoch den Werten des Unternehmens entsprechen. Für Buffet-Fans ist diese „Schwäche“ jedoch ein wichtiger und wertgeschätzter Charakterzug und die aktuelle Marktkapitalisierung von 394 Milliarden Euro spricht klar für den Erfolg des Unternehmens.