Warum der Schweizer Franken ein sicherer Hafen bleibt

Aus der Sicht der Schmitz & Partner AG wird der Euro auch 2019 ein Sorgenkind an den internationalen Devisenmärkten sein und gegenüber harten Währungen wie zum Beispiel dem Schweizer Franken an Wert verlieren.

Am Devisenmarkt setzte sich die Schwächetendenz des Euro der vergangenen Jahre gegenüber dem Schweizer Franken fort. Der Euro fiel 2018 um vier Prozent gegenüber dem Schweizer Franken. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Anlagen in Schweizer Franken im abgelaufenen Jahr einer der wenigen gewinnbringenden Investitionen gewesen sind. In den letzten fünf Jahren ist der Schweizer Franken – trotz der leichten Schwächeperiode im Jahr 2017 – um zehn Prozent und in den letzten zehn Jahren sogar um 45 Prozent im Wert gestiegen.

Der Aufwärtstrend des Schweizer Franken war im Verlauf der letzten 30 Jahre gegenüber dem Euro stabil. Während sich der „faire“ Wechselkurs über die vergangenen drei Jahrzehnte relativ stetig entwickelt hat, schwankte der tatsächliche Kurs deutlich stärker. Es gab immer wieder Phasen, in denen es zu Gegenbewegungen kam und der Schweizer Franken schwächer tendiert, die jedoch nichts an dem langfristigen Trend ändern.

Was sind die Gründe dafür? Auf lange Sicht hängt die Auf- oder Abwertung einer Währung mit der Veränderung des Preisniveaus zusammen. Die Währung eines Landes, in dem die Kaufkraft stärker sinkt und die Preise somit schneller steigen, steht unter Abwertungsdruck. Das ist auch der Grund, warum Länder mit hoher Inflation eine schwache Währung haben. Auf der anderen Seite ist die niedrige Inflation in Ländern wie der Schweiz und in Japan ein bedeutender Grund, weshalb der Franken und der Yen über die lange Frist so harte Währungen sind. Im Übrigen erklärt sich auch so, warum der Schweizer Franken langfristig selbst gegen die D-Mark aufgewertet hat – die Inflation in der Schweiz blieb meist niedriger als in Deutschland.

 

Profiteur von kräftigen Aktienkurs-Rückgängen

Kurz- oder mittelfristig dagegen richtet sich die Kursentwicklung des Schweizer Franken weitgehend nach den Zinserwartungen und nach der allgemeinen Risikobereitschaft der Investoren. Rechnen diese weiterhin mit einem ununterbrochenen Aufschwung an den internationalen Aktienmärkten, so kann die Unterbrechung des langfristigen Wertzuwachses des Schweizer Franken noch eine Weile anhalten. Sobald es jedoch an Aktienbörsen zu kräftigen Kursrückgängen kommt – zehn Prozent oder mehr – wird dies zu spürbaren Aufwertungen des Schweizer Franken führen.

Der Schweizer Franken und auch Gold würden die beiden großen Gewinner eines deutlichen Kurssturzes an den Aktienmärkten aufgrund geopolitischer Krisen sein. Diese beiden potenziellen Krisengewinner sind übrigens neben Silber und der norwegischen Krone seit längerem die größten Positionen im Schmitz & Partner Global Defensiv Fonds.

Auf lange Sicht sieht es noch deutlicher aus: „Langfristig muss der Franken aufgrund der beachtlichen Überschüsse der Schweiz in den volkswirtschaftlichen Außenbeziehungen ohnehin im Trend stärker werden“, schreibt etwa die Neue Zürcher Zeitung (vom 15. März 2018). Denn die Schweiz ist ein wirtschaftlich erfolgreicher Staat: „Die Schweiz hat keinerlei klimatische Vorteile, keine Anbindung an die Meere und keine Rohstoffe. Sie hat nur eins: größtmögliche Rechts- und Planungssicherheit. Dadurch ist sie eines der erfolgreichsten Länder der Erde“ (aus: Dirk Müller: Machtbeben – Die Welt vor der größten Wirtschaftskriese aller Zeiten).

 

Stabilität und Werthaltigkeit überzeugen

Insbesondere die im internationalen Vergleich sehr niedrige Staatsverschuldung der Schweiz zeugt von der Stabilität und der Werthaltigkeit des Schweizer Franken. Aktuell liegt die Schuldenquote der Schweiz bei unter 30 Prozent. Zum Vergleich: in der Europäischen Union (derzeit 28 Länder) beträgt die Schuldenquote im Durchschnitt gut 83 Prozent, innerhalb der Euro-Zone (aktuell 19 Staaten) fast 90 Prozent. Betrachtet man die Industrieländer insgesamt, so liegen die Staatsschulden mit 104 Prozent des Bruttoinlandprodukts sogar nahe des Höchststandes seit dem Zweiten Weltkrieg.

In der Vergangenheit war immer wieder zu lesen und zu hören, der Schweizer Franken habe seine Funktion als sicherer Hafen ausgedient. Dass dem nicht so ist, hat das Jahr 2018 gezeigt: Nachdem Anfang Juni in Italien die 65. Regierung der Nachkriegszeit vereidigt wurde, kamen schlagartig die Sorgen um die zukünftige Entwicklung des Euro zurück. Denn in Italien koalieren jetzt zwei Parteien, die teilweise mit extremen wirtschafts- und finanzpolitischen Thesen und beachtlicher Euroskepsis aufwarten. Und der Franken dient immer dann als Fluchtwährung, wenn die Gefahr steigt, dass der Euro auseinanderbricht. Diese Gefahr ist dank der aktuellen politischen Entwicklung in Italien größer denn je

Auf lange Sicht wird sich an einem weiter aufwertenden Schweizer Franken gegenüber anderen Währungen – und hier insbesondere gegenüber dem Euro – nichts ändern. Wir von Schmitz & Partner werden auch in Zukunft in den von uns gemanagten Wertpapierdepots unserer Kunden und in den beiden von uns verantworteten Schmitz & Partner Investmentfonds den jeweiligen Währungsanteil in Euro tendenziell niedrig halten.