Warum die Aktionäre Adidas lieben

Hohe Marktnachfrage - Adidas profitiert durch die besonders hohe Nachfrage, wobei insbesondere die jugendlichen Käufer die Marke mit den drei Streifen vorzieht.

Eins der wohl attraktivsten DAX-Unternehmen des vergangenen Jahres ist Adidas. Durch das jüngst erreichte Rekordhoch ist die Aktie zudem so teuer wie niemals zuvor und der anhaltende Aufwärtstrend ist ungebrochen. Der aktuelle Preis pro Adidas-Aktie liegt mit 204 Euro so hoch wie noch nie. Doch ein Abbruch dieser positiven Entwicklung ist noch nicht in Sicht, denn auch am Freitag, den 6. April 2018, stiegen die Aktienkurse weiterhin an. Die Überzeugung der Investoren kommt nicht von ungefähr, sondern es gibt fünf klare Gründe, die den Kurs des Wertpapiers unterstützen. Doch zusätzlich gibt es auch einen Grund, eine gewisse Skepsis gegenüber der aktuellen Entwicklung zu bewahren.

Hohe Marktnachfrage

Adidas profitiert durch die besonders hohe Nachfrage, wobei insbesondere die jugendlichen Käufer die Marke mit den drei Streifen vorzieht. Aufgrund dieses Umstands verspricht der Vorstandsvorsitzende, Kasper Rorsted, ein stürmisches Wachstum für die nächsten Jahre. Er erwartet ein Wachstum von durchschnittlich zehn Prozent bis 2020. Verlockender sind die Aussichten für den Gewinn des Unternehmens, denn dieser soll jährlich um bis zu 25 Prozent ansteigen. Somit wird Adidas in den kommenden Jahren immer profitabler und kann die Forderungen der Investoren befriedigen.

Kurspflege durch Dividendenerhöhungen und Aktienrückkäufe

Zusätzlich setzt das Unternehmen auf geschickte Maßnahmen, die die Kurse nach oben treiben. Hierbei handelt es sich einerseits um die geplante Dividendenerhöhungen, welche bereits dieses Jahr erkennbar sind. Die Dividende wurde um 30 Prozent erhöht, sodass jeder Aktienbesitzer eine Ausschüttung von 2,60 Euro pro Anteilsschein erhält. Doch auch das Rückkaufprogramm zeigt Wirkung. Allein für dieses Jahr wurde ein Rückkaufvolumen von einer Milliarde Euro festgelegt. Für die kommenden zwei Jahre stehen zudem weitere zwei Milliarden Euro zur Verfügung, sodass weitere Kurssteigerungen nicht unwahrscheinlich sind.

Positive Erwartungen der Analysten

Der Aktienkurs von Adidas konnte in den vergangenen drei Jahren um 160 Prozent zulegen und auch in diesem Jahr wurden bereits Kurssteigerungen von rund 20 Prozent realisiert. Dieser Umstand führt dazu, dass die meisten Analysten positive Erwartungen für die weitere Kursentwicklung haben. Laut dem aktuellen Konsens erwarten die Analysten einen Anstieg des Wertpapiers auf ein Niveau von 214 Euro. Damit ist der Anstieg nicht mehr so vielversprechend wie in den vergangenen Jahren, jedoch grundsätzlich positiv zu bewerten. Diese Einschätzungen basieren insbesondere auf dem positiven Ausblick für das Jahr 2018 sowie auf den verheißungsvollen Prognosen bis 2020.

Marktstärke in China und den USA

Adidas kann sich insbesondere auf den Märkten USA und China profilieren, denn hier greifen die Konsumenten besonders häufig zu den Shirts, Shorts und Schuhen des deutschen Sportartikel-Herstellers. Allein im vergangenen Jahr legten die Erlöse um 26 Prozent auf dem chinesischen Markt und um 25 Prozent auf dem US-amerikanischen Markt zu.

Dabei ist die Ausgangslage auf den zwei größten Absatzmärkten der Welt jedoch unterschiedlich. Während in China der Wohlstand wächst und eine zunehmende Anzahl an Menschen genügend Kapital für den Konsum der westlichen Marken besitzt, kann das Unternehmen aus Herzogenaurach in den USA weiter Marktanteile von den Wettbewerbern erobern. Als die großen Konkurrenten gelten hierbei insbesondere Nike und Under Armour. Sollte dieser Trend auf den zwei dynamischsten Märkten bestehen bleiben, brauchen Anleger sich keine Sorgen um das zukünftige Wachstum zu machen.

Schwächephase des größten Konkurrenten

Nike befindet sich zum aktuellen Zeitpunkt in einer Schwächephase. Zudem musste Trevor Edwards, der Nike-Vizepräsident, vor drei Wochen seinen Posten aufgeben. Als Grund nannte das Unternehmen Fehlverhalten seitens Edwards. Seit diesem Zeitpunkt befindet sich das Unternehmen in den Schlagzeilen. Zusätzlich verliert das Unternehmen Marktanteile auf dem Heimatsmarkt. Diese basiert insbesondere auf dem Design, welches Adidas verfolgt, denn dieses trifft den Geschmack der US-Kunden. Aufgrund der Turbulenzen kann Adidas auch in naher Zukunft von weiteren Marktanteilsgewinnen in den USA rechnen.

Risiko Handelskrieg

Ein Risiko ergibt sich jedoch aufgrund der angespannten Situation, welche aus dem potenziellen Handelskrieg zwischen China und den USA resultiert. Bisher wurden Sportschuhe noch nicht von Strafzöllen getroffen, sollte dies jedoch passieren, so wären viele Sportartikelhersteller davon betroffen, denn noch immer wird ein Großteil der Produktion im Land der Mitte durchgeführt. Knapp ein Viertel aller Adidas-Produkte werden in China hergestellt. Zwar wird auch eine steigende Produktanzahl in Ländern wie Vietnam, Kambodscha oder Indonesien hergestellt, dennoch wären die Strafzölle ein Einschnitt in der Profitabilität des Unternehmens.