Warum Private Equity gerade jetzt eine gute Wahl sein könnte

Aufgrund der steigenden Volatilität, unsicheren Konjunkturaussichten und weiterhin verschwindend geringer Zinsen suchen immer mehr Anleger ihr Wohl in alternativen Klassen wie Private Equity. Aber es gibt noch einen weiteren wichtigen Grund, warum der Zeitpunkt für ein Investment jetzt günstig ist.

Investoren erinnern sich nicht gern an das vierte Quartal 2018: So gut wie alle wichtigen Indizes rauschten nach unten. Der deutsche Leitindex Dax beispielsweise hatte rund 18 Prozent verloren, der US-amerikanische Dow Jones sechs Prozent, der Euro Stoxx fast 15 Prozent. Und an den Anleihemärkten gab es auch nicht viel zu holen: Während die laufenden Zinszahlungen weiterhin sehr niedrig geblieben sind, machten die Kursschwankungen den Anlegern zu schaffen, die ihre Papiere verkaufen wollten.

Aktuell sieht es wieder ziemlich gut aus, wirklichen Grund zur Klage haben Aktionäre gerade nicht. Der Dax liegt stabil bei mehr als 12.000 Punkten, auch der Dow Jones ist nicht weit von seinen Spitzen in 2018 entfernt. Aber: Der Frühjahrs-Kursschub steht in Kontrast zur Konjunkturentwicklung. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte noch im Oktober für 2019 ein Wachstum von 3,7 Prozent für die globale Wirtschaft vorhergesagt. Im Januar senkte er seine Prognose auf 3,5 Prozent, im April auf 3,3 Prozent – das ist der tiefste Wert seit der Finanzkrise. Und nicht zuletzt sorgen politische Diskussionen rund um Handelszölle und Co. für Unsicherheit: Das fördert die Volatilität umso mehr.

Daher rücken gerade auch für Privatinvestoren, aber auch für semi-institutionelle Anleger Alternativen wie Private Equity wieder mehr in den Fokus – auch mit Blick auf eine vernünftige Diversifizierung im Niedrigzinsumfeld. Warum? Mit Aktien könnten Anleger auf lange Sicht sechs bis acht Prozent Rendite pro Jahr vor Steuern erwirtschaften, mit Private Equity deutlich mehr, sagt Florian Heinemann vom Frühphaseninvestor Project A Ventures, der in den Vermögensverwalter und Privat Equity-Fonds-Anbieter Liqid investiert hat. Private Equity-Fonds hätten ganz andere Möglichkeiten als Aktienfonds, Mehrwert in den Firmen zu generieren, in denen sie investiert seien. Mit ihrer Expertise könnten sie das Wachstum in den Unternehmen ankurbeln und neue Ertragspotenziale heben. Eine andere Zahl dazu: Laut der Investmentgesellschaft Cambridge Associates konnten Private Equity-Investments in einem Zeitraum von 20 Jahren eine Überrendite von rund vier Prozent jährlich gegenüber dem US-Index Nasdaq erzielen.

 

Kleinere Tranchen möglich

Die Zeiten sprechen also für Private Equity. Und zwar auch deshalb, weil sich immer mehr Anbieter so aufstellen, dass sie auch die Wünsche kleinerer Investoren bedienen können. Das war bislang oftmals nicht möglich, weil die internationalen Private Equity-Fondsanbieter – von Blackrock über CVC bis hin zu KKR and Warburg Pincus, um nur einige wenige zu nennen – ihre Tranchen in der Regel nicht gerade überschaubar stückeln: Einheiten in Höhe von zehn Millionen US-Dollar sind keine Seltenheit – also abgesehen von großvolumigen Institutionellen höchstens für Superreiche investierbar. 

Anbieter wie Liqid, Moonfare, Astorius, RWB Capital und immer mehr andere öffnen sich jetzt ab einem Mindestanlagebetrag von 200.000 Euro (was mit der notwendigen rechtlichen Einstufung als semi-professioneller Anleger zu tun hat), bündeln die gesammelten Einlagen zu Investitionstickets von ein- bis zweistelligen Millionenbeträgen und treten damit gegenüber den Fonds als institutioneller Investor auf, um Fondstranchen zu erhalten. Auf diese Weise – als eine Art Private Equity-Dachfonds-Konstrukt – kommen Anleger mit wenigen 100.000 Euro in den Genuss der Investmentstrategien der Private Equity-Riesen. In den USA sind diese Geschäftsmodelle übrigens bereits erfolgreich etabliert. So verwalten beispielsweise die beiden Anbieter iCapital Network und Artivest zusammen mehr als zehn Milliarden US-Dollar von Privatanlegern in Private Equity-Fonds.

Worauf ist jedoch bei einem Investment zu achten? Anleger sollten sich bei der Wahl eines Anbieters zum einen die Produkte sehr genau anschauen. Verfügt ein Anbieter über ausreichend Expertise im Private Equity-Segment? Und auf welche Fonds kann er zugreifen? Wie ist die Kostenstruktur, und welche Laufzeiten und Rendite-Risikokennziffern werden für das Produkt prognostiziert? Und existiert vielleicht bereits ein nachvollziehbarer Track Record? Können diese Fragen positiv beantwortet werden, ist dies bereits ein Vorteil bei einer Investmententscheidung.