Warum sich an Fonds-Crashtests die Geister scheiden

Nettes Spielzeug oder unentbehrliches Hilfsmittel? Beim Thema Fonds-Crashtests sind die Meinungen unterschiedlich. Am Beispiel Multi-Asset-Strategiefonds zeigen wir, wie wichtig es vor allem ist, seine Investments im Blick zu haben.

Fondsvergleich haben häufig eine geringe Halbwertszeit. Das gilt gerade für die Königsklasse der Fondskategorien, Multi-Asset-Strategiefonds. Alle Jahre wieder wechseln hier die Spitzenreiter – je nach Marktlage. Entsprechend sind solche Crashtests oft nur eine Momentaufnahme, zumal sie die Fonds nur nach bestimmten vorher festgelegten Kriterien beurteilen.

Wer sich beispielsweise auf einen Crashtest im Sommer 2017 verlassen hat und in einen der damals führenden Fonds, den Parvest Diversified Dynamic investiert hat, dürfte sich heute wundern. Mehr als sechs Prozent Minus in einem Jahr sind für einen Multi-Asset-Fonds schon viel und beschert dem Fonds aktuell in seiner Kategorie, Strategiefonds Multi-Asset Makro dynamisch Welt, Rang 92. Und beim Maximum Drawdown mit einer Bilanz von Rang 138 fügen sich noch mehr Fragezeichen an die einst so positive Bewertung.

Woran es lag? Ein Gradmesser könnte die Kennziffer Alpha sein. Sie ist knapp im Minusbereich, was kein Ruhmesblatt für das Fondsmanagement darstellt. Das Alpha bemisst bekanntlich denjenigen Teil der Rendite, der nicht mit der allgemeinen Marktentwicklung zu erklären ist, sondern lediglich auf der gelungenen Auswahl der Portfoliotitel innerhalb dieses Marktes beruht. An dieser Stelle geht der Blick dann plötzlich wieder auf passive Produkte wie ETFs.

Kaldemorgen punktet beim Alpha

Auch der DWS Concept Kaldemorgen, der noch im Sommer 2017 zahlreiche Empfehlungslisten anführte, ist aktuell in der genannten Kategorie Strategiefonds Multi-Asset Makro dynamisch Welt von 161 Fonds bei der Ein-Jahres-Performance (-0,4 Prozent) auf Platz 13 abgerutscht. Über fünf Jahre steht der beliebte Fonds mit einem Plus von 5,5 Prozent auf Rang 29. Beim Kennwert Volatilität 1 Jahr springt ein Platz auf 47 heraus. Allerdings punktet Kaldemorgen beim Alpha. Dort liegt er im Kategorievergleich unter den ersten Zehn.

Unter Wasser ist aktuell ein weiterer beliebter Fonds in dieser Kategorie, der Nordea 1 - Alpha 10 MA Fund (ehemals Nordea Multi-Asset-Fund), geraten. Mit einem Verlust von 2,2 Prozent liegt der Fonds von Asbjorn Trolle Hansen zwar auf dem 34. Platz. Über drei Jahren sieht die Bilanz dagegen deutlich besser aus: Knapp 14 Prozent bedeuten den 6. Rang von 161 Produkten. Die Schwesterfonds Nordea 1 - Alpha 15 MA Fund BI sowie Nordea 1 - Alpha 15 MA Fund BP liegen auf Drei-Jahres-Sicht sogar auf den Plätzen 2 und 3.

Spitzenreiter in der Kategorie Strategiefonds Multi-Asset bei der Performance 3 Jahre ist aktuell der H2O Vivace R. Die beiden Manager Vincent Chailley und Bruno Crastes haben ihren Anlegern ein Plus von fast 30 Prozent beschert. Zwar brauchen Investoren starke Nerven, was die Vola von knapp 39 Prozent ausdrückt. Dass die Fondsmanager aber ihren Job wirklich verstehen, zeigt die Kennzahl Alpha, bei der sie sowohl in der Ein-Jahres- als auch in der Drei-Jahres-Betrachtung ganz vorne liegen.

Auch der Threadneedle Global Multi Asset Income kann bei der Kennziffer Alpha mit 0,54 punkten, was Rang 4 unter 161 Fonds bedeutet. Auch dank dieser starken Stockpicking-Fähigkeit des Managements liegt der Fonds bei der Performance ein Jahr mit knapp einem Prozent auf dem 8. Platz.

Suche nach individuellen Vorlieben

Was bedeuten die Beispiele nun für die individuelle Fondssuche? Fondsvergleiche sind ein wichtiges Hilfsmittel, um den passenden Fonds zu finden. Statt nur einem Ranking zu vertrauen, das auf einem oder zwei Kennziffern basiert, macht es mehr Sinn, bei der Suche nach seinem persönlichen Favoriten seine eigenen Kriterien mit nur wenigen Klicks selber einzugeben. Dem konservativen Anleger ist etwa der Maximal Drawdown besonders wichtig, bestenfalls noch die Volatilität. Andere Investoren achten dagegen mehr auf die tatsächliche Leistung des Fondsmanagers und messen die Produkte nach dem Alpha. Und eine weitere Gruppe wollen stets die Performance-Spitzenreiter.

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