Rolf Tilmes
VorstandsvorsitzenderNachricht senden

Warum Teil- und Themenpläne in der Finanzberatung immer beliebter werden

Das Financial Planning durchlebt einen Wandel. Neben der klassischen vollumfänglichen Finanzplanung werden immer stärker auch Teil- und Themenpläne nachgefragt.

Die professionelle Finanzplanung wird hierzulande immer populärer. Zahlen des FPSB zeigen eine verstärkte Nachfrage. Das ist zu begrüßen und eine Bestätigung unserer hohen Qualitätsanforderungen an Aus- und Weiterbildung. Der FPSB steht weltweit für den höchsten Standard in Finanzberatung und Finanzplanung. Wir haben es geschafft, die Beratungsqualität auf einem sehr hohen Niveau mittels national und international anerkannter Zertifizierungsstandards zu etablieren und sicherzustellen – stets zum Nutzen der Verbraucher. 

Doch gleichzeitig stellen wir fest, dass bei vielen Verbrauchern nicht mehr die ganzheitliche und vollumfängliche Finanzplanung im Mittelpunkt des Interesses steht. Vielmehr fragen sie konkret fokussierte Teil- beziehungsweise Themenpläne nach. Nach unseren Schätzungen sind immerhin rund 90 Prozent der durch Professionals heute in Deutschland erstellten Finanzberatungen Teil- beziehungsweise Themenpläne. 

Das zeigt: Der Markt hat sich spürbar gewandelt. Auch die Anbieter von Financial Planning haben sich Schritt für Schritt umorientiert. Weg von vollumfänglichen, ganzheitlichen Finanzplänen und hin zu den fokussierten Teil- beziehungsweise Themenplänen. Das ist übrigens kein typisch deutsches Phänomen, sondern weltweit festzustellen. Der Trend ist bei allen 27 Mitgliedsländern der internationalen Financial-Planning-Community (FPSB) deutlich zu erkennen.

 

Qualität in der Beratung bietet den Mehrwert

Natürlich hat der Vollplan weiterhin seine Berechtigung, aber insgesamt ist es eine gute Entwicklung, wenn mehr hochwertige ganzheitliche Beratungen stattfinden. Gerade durch Teilpläne und die seit Jahren gelebte Praxis der Umsetzung der ganzheitlichen Beratung ist dies im Sinne der Kunden zu begrüßen, da sie dadurch insgesamt in der Breite eine bessere Beratung erfahren. Denn entscheidend ist die Qualität der Beratung. Sie bietet den Mehrwert für die Verbraucher.

Die Finanzplanung beinhaltet dabei viele Teilaspekte, wie die Planung der Altersvorsorge, des Ruhestands, des Immobilienerwerbs und des Vermögensaufbaus. Zur professionellen Finanzplanung zählt aber auch der Bereich der Absicherung persönlicher Risiken, etwa Krankheit, Berufsunfähigkeit, Pflegebedürftigkeit, Unfall und Tod.

Die Anforderungen und der Aufwand sind jedoch sehr unterschiedlich. Es kann ein sehr abgegrenzter Bereich sein, wie ein Themenplan für den Wertpapierbereich. Es kann aber auch um umfangreichere Problemstellungen gehen, wie etwa die Nachfolgeplanung, die eine sehr detaillierte Datenaufnahme, -analyse und Planung erfordert. Hier muss der Berater oder der Anbieter strategisch differenzieren, ob es mehr um einen kurzfristigen Ertrag oder die langfristige Kundenbindung geht.

 

Kunde ist König –Zufriedenheit aufgrund Ausrichtung auf individuelle Problemlösung 

Es hat sich gezeigt, dass Kunden mit einer auf ein Thema fokussierten Beratung sehr zufrieden sind, wenn sie den Eindruck haben, dass die Problemlösung und nicht der Produktverkauf im Vordergrund stehen. Natürlich ist die typischerweise erzielte, hohe Kundenzufriedenheit auch ein wichtiger Wert für den Berater und den Finanzdienstleister. Somit wird über die Teil- und Themenpläne eine Angebotsvariation der ganzheitlichen Beratung erreicht, die den Beratungsalltag deutlich besser widerspiegelt. 

Wichtiger denn je für die Finanzplaner ist es, Orientierung zu geben, um die Ziele des Kunden zu erreichen. Die ganzheitliche Finanzplanung hin zu themenorientierten Finanz- und Teilplänen, etwa in der Ruhestandsplanung oder im Generationenmanagement, sollte deshalb weiterentwickelt werden. Insbesondere, wenn im Rahmen der kontinuierlichen Kundenbetreuung über die Zeit aus verschiedenen Teil- und Themenpläne zu einem umfassenden Gesamtplan zusammenkommen. Auch wir haben vom FPSB auf den Wandel reagiert und auf der jüngsten Mitgliederversammlung die Grundsätze ordnungsmäßiger Themenpläne, die somit eine Erweiterung der bisherigen Konzentration auf eine vollumfängliche Finanzplanung darstellt, beschlossen.