Was bedeutet die DSGVO für die Pressearbeit?

DSGVO - Jetzt ist es soweit. Die Folgen der EU-Datenschutzgrundverordnung für die Pressearbeit sieht wie folgt aus:

Die neue Datenschutzgrundverordnung, kurz DSGVO, hat in den letzten Wochen und Monaten für einige Fragezeichen unter den Betreibern von Webseiten, Newslettern und anderen datensensiblen Angeboten im Internet gesorgt. Mit der neuen Verordnung, die durch die EU in die Wege geleitet wurde, wird dem Datenschutz im Internet eine deutlich größere Rolle zugesprochen. Unternehmen haben neue Verpflichtungen und selbst die Betreiber von Newslettern oder kleinen Webseiten müssen Änderungen zum Schutz der Daten vornehmen. Wie wirkt sich die neue Verordnung auf Presseverteiler aus? Worauf ist zu achten, wenn Journalisten auch weiterhin mit Informationen gefüttert werden sollen?
 

Die Grundsätze der neuen DSGVO

An sich lassen sich die wichtigsten neuen Grundsätze für den Datenschutz auf Transparenz und Zustimmung herunterbrechen. Es ist wichtig, dass die Besucher einer Webseite oder eben die Teilnehmer in einem Verteiler genau wissen, welche Daten von ihnen gespeichert werden, wie sie verarbeitet werden und dass sie zu jedem Zeitpunkt auf Wunsch gelöscht werden können. Das bedeutet auch, dass manche Prozesse für den eigenen Presseverteiler umgestellt oder wenigstens optimiert werden müssen. Die angedrohten Sanktionen für einen Verstoß gegen die neue DSGVO sind empfindlich und können auch für größere Unternehmen zu einem Problem werden. Gerade in der unsicheren ersten Phase, in der die Gesetzgebung durch die ständige Rechtsprechung geschärft werden muss, sollte kein Risiko eingegangen werden.

 

Nationale Justierungen am EU-Gesetz nötig

Bereits jetzt haben einige Länder, darunter Österreich und die skandinavischen Nationen, verschiedene Gesetze erlasse, die Teile der DSGVO neu ordnen oder wichtige Paragraphen ergänzen. Auch in Deutschland arbeitet man an einer Ausbesserung der ersten Version. Zwar ist noch nicht ganz sicher, wie diese nationalen Änderungen im Zweifel vor den Gerichten standhalten werden, sie sind aber besonders für die erste Phase von hoher Bedeutung für die Unternehmen. Dabei wird es vor allem um die Informationsfreiheit gehen. Wann genau in Deutschland mit einem solchen Gesetz zu rechnen ist, ist noch nicht ganz sicher. Die Gesetzgebung wird sich erst nach dem 25. Mai, also dem offiziellen Ende der Schonfrist, mit der neuen Verordnung beschäftigen.

 

Der richtige Umgang mit der DSGVO bei Presseverteilern

Für Unternehmen ist es wichtig, dass sie die Journalisten schnell und einfach über verschiedene interessante Änderungen informieren können. Das Internet hat es mit seinen vielen Verteilern und der Vielzahl an Daten leicht gemacht, entsprechende Newsletter aufzubauen. Damit sie auch den Bedingungen der neuen DSGVO standhalten können, gibt es einige wichtige Dinge, auf die in den nächsten Wochen zu achten ist:

 

1. Einverständnisse einholen oder aktualisieren

Auch wenn es schon seit einigen Jahren zum guten Ton gehört, sich die Zustimmung der Empfänger zu sichern, sollte darauf geachtet werden, dass dies mit der neuen DSGVO erneut gemacht wird. Ein Rundschreiben mit einem Opt-Out oder einer Bestätigung für den Empfang sorgt für Sicherheit im Umgang mit Daten. In dieser Erklärung sollte auch klar zu sehen sein, welche Daten im Newsletter erfasst und verarbeitet werden. Das hat auch für den Verteiler selbst Vorteile: Informationen, die definitiv selbst angefordert werden, werden von den Lesern auch mehr beachtet. Es steigt also die Qualität der Empfänger statt nur auf die Quantität zu achten.
 

2. Transparenz und Sicherheit im Umgang mit Daten

Es muss möglich sein, dass sich ein Empfänger darüber informiert, welche Daten vorhanden sind und wie diese genutzt werden. Die Empfänger müssen also entsprechende Möglichkeiten haben, sich darüber zu informieren, wie diese Daten gespeichert werden und was der Versender über die eigene Person weiß. Darüber hinaus sollte zum Schutz der Daten in der heutigen Zeit auf eine Verschlüsselung der Daten gesetzt werden. Das gebietet sich schon zum Schutz der Empfänger.

 

3. Externe Dienstleister prüfen und beauftragen

Inzwischen ist der Betrieb eines eigenen Verteilers mit so vielen unterschiedlichen Bedingungen verknüpft, dass es sich lohnen kann, wenn man diese Arbeit an vertrauensvolle Hände abgibt. Nach einer Prüfung der externen Dienstleister - und einer Absicherung, dass diese die Bedingungen für die DSGVO einhalten - ist eine Verlagerung der Prozesse zu diesen Spezialisten ratsam. Auf diese Weise werden der Versand optimiert und die Inhalte noch besser verarbeitet.

Wird auf diese Dinge geachtet, kann man sicher sein, dass auch nach der DSGVO die Kommunikation mit den Presseleuten gut verläuft und alle wichtigen Bedingungen zum Schutz beider Seiten eingehalten werden.