Was bringt MiFid II für Finanzberater?

Die ersten Monate sind seit Inkrafttreten der Mifid II Regulierung ins Land gegangen. Die Branche sucht seitdem nach Wegen des effizienten Managements der Kundengelder.

Sahen die 34 f Berater früher in der an den Bedürfnissen der Kunden orientierten individuellen Gestaltung der Kundendepots ihren Wettbewerbsvorteil gegenüber den großen Anbietern, die Ihre Portfolios „lieblos“ mit ausnahmslos hauseigenen Produkten oder Fondspolicen mit wenigen Fonds bestückten, so hat sich hier spätestens seit Januar einiges geändert.

Von unabhängiger Beratung kann allein schon aus juristischen Gründen keine Rede mehr sein, weil der Begriff „unabhängig“ an Provision oder nicht Provision geknüpft ist anstatt an die Unabhängigkeit von Produkten und Anbietern. Die Erstellung von individuellen Portfolios ist zwar noch möglich, die Pflege derselben aber faktisch so aufwändig geworden, dass  sie nur noch für große Depots glaubhaft umgesetzt werden kann und das auch nur, wenn der Kunde bereit ist, entsprechend mitzuarbeiten und den Protokollierungsaufwand bei anfallenden Umschichtungserfordernissen über sich ergehen zu lassen. Denn Umschichtungen sind nicht nur erforderlich, wenn der Berater es für richtig hält, sondern manchmal auch, wenn der Fonds in eine höhere  Risikoklasse wechselt. Zumindest ist dann eine Information an den Kunden fällig

Wenn der Berater dem Kunden in diesen Zeiten glaubhaft ein dauerhaft gepflegtes Portfolio anbieten und gleichzeitig seinen Kundenbestand effizient managen will, kommt er kaum um die Vermittlung von standardisierten Fondsvermögensverwaltungen herum. Auch hier stehen ihm je nach Kundenpräferenz viele verschiedene Ausprägungen zur Verfügung. Damit kann er neben der Gewährleistung eines langfristig gepflegten Portfolios ein hohes Maß an individueller Beratung erhalten.