Waymo macht 62.000 Chrysler-Minivans zu autonomen Taxis

Vor wenigen Wochen gab Waymo bereits eine Kooperation mit Jaguar bekannt. Nun gesellen sich weitere 62.000 Fahrzeuge des Chrysler Minivans Pacifica hinzu.

Waymo ergänzt autonome Flotte um 62.000 Chrysler

Am späten Donnerstag gab General Motors bekannt, dass ein Investment in Milliardenhöhe die Entwicklung beim autonomen Fahren voranbringen soll. Hierbei wird das Google Schwesterunternehmen Waymo 62.000 Minivans von Chrysler für die autonom fahrende Fahrzeugflotte erhalten. Keine Aussage wurde über den Auslieferungszeitraum der 62.000 Fahrzeuge getroffen. Bekannt ist lediglich, dass die ersten Fahrzeuge gegen Ende des Jahres ausgeliefert werden sollen.

 

Waymo erweitert den aktuellen Fuhrpark

Vor wenigen Wochen gab Waymo bereits eine Kooperation mit Jaguar bekannt. Diese sieht vor, dass Waymo rund 20.000 Fahrzeuge des Typs I-Pace für die Entwicklung des autonomen Fahrens erhalten wird. Nun gesellen sich weitere 62.000 Fahrzeuge des Chrysler Minivans Pacifica hinzu. Bereits heute stellen einige hundert Fahrzeuge dieses Typs den Kern des Waymo-Fuhrparks. Der Jaguar I-Pace ist dahingegen zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht aktiv im Fuhrpark vertreten, wird jedoch zukünftig auf den amerikanischen Straßen anzutreffen sein. Zum aktuellen Zeitpunkt arbeitet das Unternehmen zudem an einem autonomen Fahrdienst, der die Mobilität der Bürger aus Phoenix, Arizona, nachhaltig verändern soll. Des Weiteren arbeitet das Unternehmen auch an autonomen Lastwagen, die insbesondere auf den langen Strecken der amerikanischen Highways Vorteile bieten sollen.

Im Rahmen der Kooperation möchte Waymo auch über den Einsatz der autonomen Technologie in den Fahrzeugen des Fiat-Chrysler-Konzerns sprechen. Dabei soll ein langfristiger Vertrag zwischen dem italienisch-amerikanischen-Hersteller und dem Unternehmen aus dem Silicon Valley entstehen. Dies wäre für Waymo ein bedeutender Schritt, denn es würde sich um den ersten Zulieferer-Deal mit einem Automobilkonzern handeln.

 

Ankündigung zum autonomen Fahren versetzte die Automobilbranche in eine Schockstarre

Zu Beginn erwarteten viele Branchenexperten, dass Google die Entwicklung eigener Roboterfahrzeuge plane. Die Mitteilung, dass nun die Entwicklung der Technologie durch die Tochter Waymo vorangetrieben werde, versetzte die gesamte Industrie in Aufruhr. Insbesondere die Forschung soll durch dieses Vorgehen schneller vorangetrieben werden. Um eine Auslagerung in eine separate Gesellschaft vorzunehmen, führte Google eine Holdingstruktur ein. Unter dem Namen Alphabet verwaltet der Konzern nun verschiedene Gesellschaften, unter anderem auch Waymo. Zu Beginn stellte Google auch einen elektrischen Zweisitzer vor, der jedoch nicht von Waymo weiterentwickelt wird. Stattdessen soll lediglich die Technologie entwickelt und an Automobilhersteller verkauft werden.

Insbesondere das Tempo der Entwicklung nimmt durch Waymo zu. Exemplarisch kann hierbei die jüngste Kooperation zwischen Waymo und Fiat Chrysler angeführt werden. Nur wenige Stunden vor dieser Ankündigung gab auch der General-Motors-Konzern eine Investition in Milliardenhöhe bekannt, die in die eigene Roboterwagen-Tochter Cruise fließen soll. Auch der Vision-Investmentfonds, der vom japanischen Softbankkonzern gemanagt wird, soll weitere 2,35 Milliarden US-Dollar in die Entwicklung des autonomen Fahrens investieren. GM möchte in Zukunft weitere 1,1 Milliarden Dollar in das eigene Tochterunternehmen investieren. Dem Vernehmen nach soll bis Ende des Jahres ein kommerzieller Service für Robotertaxis veröffentlicht werden.

Experten schreiben dem autonomen Fahren einige disruptive Potenziale zu, sodass sich die Mobilität nachhaltig verändern könnte. Somit könnte in Zukunft das Angebot von Mobilitätsdiensten attraktiver für die Hersteller werden, als die eigentliche Produktion von Fahrzeugen. Ein gutes Beispiel für den Erfolg von Mobilitätsdiensten ist die Plattform Uber.