Wegen Zinserhöhung: Kredite können teurer werden

Steigende Kreditzinsen im Rahmen des Möglichen

Laut den Aussagen verschiedener Finanzinstitute könnten Kredite für viele Bankkunden wieder teurer werden. Rund ein Drittel der befragten Finanzinstitute geht von steigenden Zinssätzen im Rahmen von Raten- und Firmenkrediten aus. Zudem werden auch die Zinsen von Immobilienkrediten steigen. Dies geht aus der neusten Studie der Beratungsgesellschaft EY hervor, die eine regelmäßige und breitgefächerte Branchenumfrage durchführt, um einen generellen Überblick über die Marktstimmung zu schaffen.

Für Privatkunden zeichnet sich dahingegen eine positive Entwicklung mit konstanten Gebühren ab. Insgesamt 14 Prozent aller Institute haben im bisherigen Jahresverlauf eine Gebührenerhöhung für Sparer vorgenommen. So wurden Kontoführungsgebühren oder Kosten für Überweisungen eingeführt bzw. werden im Verlaufe des Jahres eingeführt. Auch im vergangenen Jahr waren die Gebühren ein beliebtes Instrument bei den Banken. Im Rahmen der Studie werden rund 40 Prozent der Institute auf dem deutschen Bankenmarkt befragt. Auch die Aussage der EZB, dass eine Zinserhöhung erst im Herbst 2019 zu erwarten sei, führt dazu, dass Banken über andere Ertragsquellen nachdenken müssen. Aufgrund des harten Wettbewerbs konnten sich Kosten jedoch noch nicht überall durchsetzen.

 

Zinswende sorgt für Zuversicht

In den Führungsetagen der Finanzinstitute sorgen die nahende Zinswende und eine stabile Konjunktur für Zuversicht. Laut den Aussagen zahlreicher Führungskräfte planen rund 12 Prozent der befragten Banken mit einem Personalabbau im laufenden Jahr. Im vergangenen Jahr lag dieser Anteil noch bei 43 Prozent. Auch die Digitalisierung nimmt bei vielen Banken Form an, sodass neue innovative Produkte an den Kunden gebracht werden können. Hieraus resultieren höhere Margen und weniger Personalbedarf.

Obwohl die Banken nun von besseren Margen profitieren könnten, sorgt der potenzielle Zinsanstieg für Risiken bei Immobilienkrediten. Aktuell sind diese jedoch fast genauso günstig wie zur Zinstiefstand im Herbst 2016. In wenigen Jahren, wenn die aktuellen, günstigen Darlehen auslaufen, könnten teure Anschlussfinanzierungen auf die Bauherren warten. Aus diesem Grund sollten Investoren, die die Möglichkeit besitzen einen langfristigen Finanzierungskredit abzuschließen, diese Chance nutzen, sodass eine sichere und finanzierbare Ratenzahlung vereinbart werden kann.