Welche Branchen und Produkte vom Handelsstreit betroffen sind

Der Handelsstreit zwischen den USA und China wird einen nachhaltigen Einfluss auf die Entwicklung der Wirtschaft in beiden Ländern haben. Nachdem die Vereinigten Staaten einen Großteil der im März verkündeten Strafzölle für die Länder der Europäischen Union erlassen haben, richtet sich der Blick von Präsident Trump nun auf China. Dem Land wirft er bereits seit seinem Wahlkampf vor, durch das Handelsdefizit einen Vorteil gegenüber den USA erwirtschaftet zu haben. Diesen will man nun mit Strafzöllen auf verschiedenste Produkte ausgleichen. Aber auch China reagiert auf ähnliche Weise.

Direkte Antwort auf Strafzölle aus Peking

Bereits kurz nach der Bekanntgabe der Strafzölle für die Einfuhr in die USA hat die Regierung in Peking eine Liste mit Produkten veröffentlicht, die nun ebenfalls bei der Einfuhr nach China mit entsprechenden Zöllen belegt werden. Dabei handelt es sich zum Beginn um Strafzölle in der Höhe von 3 Milliarden Dollar - etwa die Summe, von der Peking ausgeht, dass sie durch die amerikanischen Strafzölle für Verluste sorgen wird. Die Antwort aus Washington war klar: Bereits kurz nach der Veröffentlichung in China hat man eine weitere Liste erstellt die nun verschiedenste Produkte aus dem Bereich High-Tech umfasst. Peking publizierte daraufhin erneut eine eigene Liste mit Produkten und Leistungen aus den Vereinigten Staaten, die als Antwort auf die zusätzlichen Strafzölle verhängt werden sollen.

Chinesische High-Tech und amerikanische Branchenriesen betroffen

Die USA haben mit ihren Zöllen vor allem zwei Branchen der Chinesen im Auge: Aluminium-Produktion und High-Tech. Während es sich bei der zweiten Branche in der Tat um einen Exportschlager der Chinesen handelt, ist der Sinn hinter den Zöllen auf Aluminium aus China noch immer umstritten. Zwar exportieren die Chinesen das Produkt gerne - auch nach Europa - allerdings in einer Qualität, die weder in den USA noch in Europa für die Produkte genutzt werden, die angeblich betroffen sein sollen. Es wird weiterhin auf hochwertigen Stahl aus eigener Produktion gesetzt, weswegen der Ausgangspunkt der Streitigkeiten rund um den Handel von Beginn an umstritten waren.

Mit der neuen Liste, die China am Mittwoch veröffentlicht hat, nimmt man nun Branchenriesen der Amerikaner in den Fokus. Die Aktie von Boeing verlor zum Beispiel kurz nach der Bekanntgabe fünf Prozent an Wert. Der Grund: Zu den Importgütern, die nun mit Strafzöllen belegt werden, gehören auch spezielle Arten von Flugzeugen. Unter anderem dürfte die so wichtige 737-Baureihe von Boeing betroffen sein. Da die Importzölle alleine für amerikanische Exporteure fallen, dürfte auch der Umstand bedenklich sein, dass Boeing auf diese Weise erhebliche Marktanteile an seinen Konkurrenten Airbus verlieren wird.

Auch amerikanische Autobauer sehen die Entwicklung mit einiger Sorge. Bereits seit langer Zeit ist der chinesische Markt bedeutend für den Absatz von Autos. Mit den neuen Zöllen werden die Amerikaner also an einer empfindlichen Stelle getroffen. Gleichzeitig verkündete Peking noch einmal, dass man auf die Maßnahmen verzichten werde, wenn die USA ihre Pläne für die Strafzölle zurückziehen. Von Beginn an haben sie vor den Auswirkungen eines Konfliktes rund um den Handel gewarnt. Eine Reaktion aus Washington dürfte nach den letzten Entwicklungen allerdings nicht lange auf sich warten lassen.