Welchen Einfluss hatte die Italienwahl auf die Börse?

Nach der italienischen Parlamentswahl hatte der FTSE MIB Italien (italienischer Leitindex) nur sehr wenig nachgegeben, an den übrigen europäischen Börsenplätzen waren die Auswirkungen kaum spürbar. Das liegt auch an der unklaren italienischen Situation, denn einen eindeutigen Wahlsieger gab es nicht. Die rechten und europakritischen Parteien legten zwar deutlich zu, was in der Finanzwirtschaft Besorgnisse auslöste. Doch niemand kann ohne Koalition regieren. Kurioserweise könnten die fremdenfeindliche Lega und die Fünf-Sterne-Protestpartei unter Umständen ein Bündnis eingehen, die in Teilen konträre Ansichten (rechts-links) vertreten.
Auch das Berlusconi-Bündnis könnte wieder eine Rolle spielen, aber noch sind die möglichen Optionen und Wünsche der Beteiligten längst nicht ausgelotet. Einzig die (noch) regierenden Sozialdemokraten unter Matteo Renzi steckten eine herbe Schlappe ein, Letzterer erklärte anschließend seinen Rücktritt. Alessandro Di Battista von der Fünf-Sterne-Bewegung konnte hingegen triumphieren, die MoVimento 5 Stelle wurde stärkste Einzelkraft. Wo sie wirtschaftlich steht, ist kaum bekannt, sie gilt aber als europakritisch. Erst am 23. März treffen sich die italienischen Parlamentarier zur ersten Sitzung nach der Wahl, vorher gibt es über mögliche Koalitionen bestenfalls Mutmaßungen. Der unklare Wahlausgang dürfte - typisch für Italien - zu einer Hängepartie führen. Daher wird Ministerpräsident Paolo Gentiloni wohl noch länger amtsführend regieren, was die Finanzmärkte in Abwartestellung schickt.

 

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