Klimaschutz ist der Weltbank 200 Milliarden wert

Die Bemühungen zur Einhaltung der globalen Klimaziele sollen künftig noch stärker von der Weltbank unterstützt werden. Im Zeitraum zwischen 2021 und 2025 soll die Menge an Fördergeldern auf bis zu 200 Milliarden Dollar gesteigert werden. Damit verdoppeln sich die Summen, die die Weltbank zur Verfügung stellt. Experten sehen darin ein wichtiges Signal nach dem Klimagipfel im polnischen Kattowitz und einen Ansporn an die internationale Gemeinschaft, die eigenen Fördermittel ebenfalls aufzustocken.

Bei dem Klimagipfel in einer der typischen Kohlestädte Polens wurde noch einmal betont, wie wichtig es ist, dass die Investitionen jetzt erfolgen. Wenn nicht bald ein Umdenken in den verschiedenen Ländern stattfindet, rechnen Experten bis zum Jahr 2030 damit, dass 100 Millionen Menschen mehr in tiefster Armut leben würden. Darüber hinaus könnte es bereits dann soweit sei, dass sich auf der Welt 130 Millionen Menschen als Klimaflüchtlinge bewegen.

Bei der Summe, die von der Weltbank zur Verfügung gestellt wird, geht es nicht alleine um die Verhinderung der Ursachen des von Menschen ausgelösten Klimawandels. "„Wir müssen uns auch an die Folgen anpassen, die oft für die ärmsten Menschen der Welt am dramatischsten sind", betonte die Chefin der Weltbank zu diesem Thema. Die Bank agiert bereits seit vielen Jahren als ein wichtiger Vorreiter im Bereich der Investitionen für eine Verhinderung des Klimawandels.


UN-Klimakonferenz wirbt mit drastischen Botschaften und Forderungen

Bei der 24. UN-Klimakonferenz wurde wieder einmal deutlich, wie groß der Unterschied zwischen Willenserklärungen und tatsächlichen Handlungen der Teilnehmer ist. Darüber hinaus wird erneut die Spaltung deutlich, die zwischen Industrie- und Entwicklungsländern herrscht. Für den Moment beschränkt sich die Hilfe der Industriestaaten darauf, die Hilfen für Länder, die mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen haben, bis 2020 auf 100 Milliarden Dollar zu erhöhen. Bisher lag der Beitrag bei etwa 50 Milliarden Dollar.

Das Problem ist aber, dass die Entwicklungsländer von den Industrienationen mehr verbindliche Zusagen einfordern. Sie wollen klare Summen, mit denen sie planen können und darüber hinaus Möglichkeiten, wie sie sich weiterhin entwickeln können, obwohl sie sich an die gemeinsamen Ziele halten. Die Klimaziele, die bei der Konferenz in Paris 2015 festgelegt worden sind, waren der tiefste Einschnitt in der globalen Klimapolitik. Obwohl die USA angekündigt haben, das Pariser Abkommen zu verlassen, halten die meisten Länder der Welt an dieser Entwicklung fest. Dafür sind aber entsprechende Summen nötig, um nicht nur die Folgen zu bekämpfen, sondern auch die Schäden in den Entwicklungsländern aufzufangen.

 

Entwicklungsminister warnt eindringlich vor Folgen des Klimawandels

„Klimaschutz ist die Überlebensfrage der Menschheit.“ So begann der deutsche Entwicklungshilfeminister Müller seinen eindringlichen Appell an die Mitglieder auf dem Gipfel. Die prognostizierte Erhöhung von drei bis vier Grad werde zwar nicht die Erde zerstören, sie werde das menschliche Leben auf dem Planeten aber so spürbar verändern, dass die Menschen darunter deutlich leiden werden. Er verweist in seiner Rede darüber hinaus noch einmal darauf, dass die Entwicklungsländer, die am meisten vom Klimawandel betroffen sein werden, kaum etwas zum Wandel beigetragen haben. Es sind die reichen Nationen, die oberen zehn Prozent, die über die Hälfte der Emissionen verursachen und somit für den Wandel im Klima verantwortlich sind.

Darum müssen die Investitionen der wohlhabenden Länder gesteigert werden. Deutschland will dies zum Beispiel durch eine Erhöhung seiner Beiträge für den grünen Klimafonds erledigen, der Klimaprojekte in den armen Teilen der Welt mit Fördermitteln unterstützt.