Weltgrößter Fintech-Fonds plant 500 Millionen Dollar Investment

Nach den ersten Plänen will man beim Corviglia Capital Fund auf zwei Niederlassungen in Berlin und London setzen. Das Kapital von 500 Millionen ist derzeit angestrebt, für den Anfang will man sich aber mit Investitionen von 250 Millionen Dollar begnügen. Dabei zielt man am Anfang vor allem auf Start-Ups ab, die sich derzeit in der Spätphase ihrer Entwicklung befinden. 250 Millionen Dollar will man dabei in den ersten drei Jahren investieren. Die einzelnen Investments sollen sich nach der derzeitigen Planung der Investoren auf zehn bis 50 Millionen Euro belaufen. Nach eigenen Angaben sind diese ersten Summen bereits durch das Geld der Investoren gedeckt.

Corviglia ist dabei aber nicht der einzige neue Spieler auf dem Markt, der von dem Boom in der Fintech-Branche profitieren möchte. Der in Dubai ansässige Alcazar Capital Fonds wird ebenfalls verschiedene Projekte und Start-Ups aus diesem Bereich prüfen und gemeinsam mit Partnern eine Investtionssumme von 100 Millionen Dollar zur Verfügung stellen. Auch ein Oldie der Branche sieht nun die Möglichkeit gegeben, mit über 55 Millionen Pfund in die verschiedenen Unternehmen einzusteigen: Der Axa Framlington Financial Fund hat eine eigene Sparte nur für Finanz-Investitionen gegründet. Diese sollen sich aber nicht alleine auf die Start-Ups der Fintech-Branche konzentrieren, sondern auch mögliche Investments in der traditionellen Finanzwirtschaft prüfen.


Die Fintech-Branche boomt und wächst weiter

Im Bereich Fintech sind Europa und somit auch Deutschland führend beim Wachstum. 2017 gab es erstmals 700 Start-Ups in der Branche, was einem jährlichen Wachstum von 33 Prozent seit 2008 entspricht. Sieben Prozent der Umsätze von Banken und Finanzunternehmen werden inzwischen über Unternehmen erledigt, die sich selbst zu dem Bereich Fintech zählen. In den USA sind es im direkten Vergleich nur 3,5 Prozent der Summen. Ein Grund für den Erfolg in Europa liegt auch darin, dass die traditionellen Unternehmen der Finanzwirtschaft die Lage und Möglichkeiten erkannt haben. Über 90 Prozent der Banken habe inzwischen Kooperationen oder gemeinsame Projekte mit den Start-Ups aus der Fintech-Branche.