Westwing kann mit kräftiger Umsatzsteigerung punkten

Männer sind eine vergleichsweise anspruchsvolle Zielgruppe, die keinen sonderlichen Wert auf die Inneneinrichtung und Dekoration der Wohnung legt. Und das Geschäftsmodell zeigt, dass das Unternehmen den Puls der Gesellschaft getroffen hat, denn der Onlineshop registriert nahezu 90 Prozent Frauen als Abnehmer. Die grundlegende Frage hinter dem Geschäftsmodell lautet: Wie kauft eine Frau ein? Auch für den Co-Gründer und aktuellen Vorstandsvorsitzenden, Stefan Smalla, macht die Orientierung auf Männer keinen Sinn. 

Das Leistungsangebot des Anbieters umfasst nahezu sämtliche Einrichtungsgegenstände, die es im klassischen Möbelhaus auch gibt. Dabei lebt die App vor allem durch Stammkunden, denn diese besuchen die Applikation rund 100 Mal jährlich. Die Plattform soll zudem als eine Art Einrichtungskatalog funktionieren. Läuft ein Produkt besonders gut, so wird dieses direkt durch Westwing produziert und an die Kunden verkauft. Mittlerweile beläuft sich der Anteil der Eigenprodukte am Umsatz des Unternehmens auf rund ein Fünftel. Langfristig plant die Geschäftsführung mit 50 Prozent.

 

Werbung über soziale Netzwerke

Der Umsatz von Westwing steigt permanent. Auch im ersten Halbjahr realisierte der Konzern einen Umsatz von 120 Millionen Euro und konnte im Vergleich zum Vorjahr 22 Prozent zulegen. Zudem gab das Unternehmen bekannt, dass einige Märkte nicht gut bei der Implementierung des Geschäftsmodells agierten und somit ein Rückzug stattfand. Hierunter fallen Märkte wie Brasilien, Kasachstan und Russland. Die Wachstumszahlen wurden in den vorherigen Analysen nicht berücksichtigt.

Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal ist jedoch das anhaltende Gewinnwachstum und die vorliegende Profitabilität. Laut Unternehmensangaben liegt der Gewinn nun zum dritten Mal in Folge im positiven Bereich. Doch auch im vergangene Geschäftsjahr schloss das Unternehmen mit einem Verlust ab. Auch für Rocket Internet ist die aktuelle Situation eine Besonderheit, denn mit 32 Prozent Eigenkapitalrendite der Firmenanteile besitzt man einen relevanten Anteil am Unternehmen. Im Rahmen des Tests führt das System eine automatische Überprüfung von Home24 durch. Und der Vergleich offenbart gleich das Ziel beider Unternehmen, denn beiden wollen eine besondere Position am Markt bekleiden. Zur Durchführung von Werbung nutzt Westwing lediglich den Social-Media-Kanal. Die Ausgaben fürs Marketing konnten auf 6 Prozent gesenkt werden. Dieses Geld fließt anschließend in individuelle Werbung auf Instagram.

Des Weiteren kann Westwing auf loyale Kunden vertrauen. Durch wiederkehrende Käufer werden die Kosten zur Neukundengenerierung gesenkt und eine nachhaltige Prognose über die Geldströme ermöglicht. Die durchschnittliche Nutzerin der Plattform ist 43 Jahre alt und entdeckt das Online-Shopping für sich. Aktuell hat der Markt für Inneneinrichtung lediglich einen Marktanteil von 5 Prozent. Doch die Aussichten sind rosig. Sollten die Kunden ihre Käufe im Internet tätigen, würde sich ein Milliardenmarkt ergeben.

Diese Zahlen dienen zur Vorbereitung auf den Börsengang, wobei das Kapital vorerst nicht benötigt wird. Vor allem die Umfirmierung von einer GmbH auf eine Aktiengesellschaft lässt Spielraum für Spekulationen.