Wie Blockchain die Transparenz von Lieferketten erhöhen kann

Durch Blockchain-Technologie können ganze Lieferketten transparent und sicher abgebildet werden. Davon profitieren sowohl Unternehmen als auch Verbraucher.

Wissen Sie eigentlich, wo die Lebensmittel im Supermarkt genau herkommen und unter welchen Bedingungen sie produziert wurden? Vermutlich nicht – und der Supermarkt weiß es wahrscheinlich auch nicht.

Durch die Globalisierung sind Lieferketten komplexer geworden. Wir beziehen Waren mittlerweile aus aller Welt und auch die Anzahl der zu transportierenden Güter hat stark zugenommen. Moderne Lieferketten bestehen deshalb aus einer Vielzahl verschiedener Parteien, was die Rückverfolgbarkeit von Materialien deutlich erschwert.

Eine Blockchain kann die gesamte Lieferketten abbilden 

In modernen Lieferketten werden Informationen über die Herkunft von Materialien und ihre Vorprodukte in der Regel auf den Servern der einzelnen Lieferanten asynchron festgehalten.

Dabei speichert ein einzelner Lieferant nicht die gesamte Lieferkette des Produkts, sondern es wird lediglich festgehalten, von wem die Ware unmittelbar bezogen wird und an wen sie weitergeleitet wird.

Datenbanken sind über die gesamte Lieferkette verteilt und müssten zu einer einzigen Datenbank zusammengefasst werden, um Produktinformationen konsistent vom Ursprung des Produktes bis hin zum Endkonsumenten nachvollziehen zu können. Eine durchgängige Einsicht in die Lieferkette eines Produktes, inklusive aller Vorprodukte, ist also zumeist nicht gegeben.

Blockchain kann genau das leisten: Bei jedem Verarbeitungsschritt würden Produktinformationen auf einem dezentralen, verteilten Blockchain-Netzwerk gespeichert. Alle diese Informationen werden dann bei jeder beteiligten Partei hinterlegt. Auf diese Weise werden Produktinformationen über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg festgehalten und es entsteht ein gesicherter und transparenter Informationsfluss in Echtzeit zwischen allen Beteiligten.

Von Transparenz profitieren alle

Sie kennen bestimmt das SAFE Thunfisch-Label, das delfinsicheren Thunfisch kennzeichnen soll. Hierbei soll im Prinzip das gleiche Resultat erreicht werden: eine transparente Lieferkette. In diesem Fall werden aber alle Informationen von einer zentralisierten Stelle erfasst. Das verursacht Kosten und ist ineffizient.

Mithilfe von Blockchain-Technologie könnten alle an der Lieferkette beteiligten Akteure die Informationen direkt auf der Blockchain abspeichern. Konsumenten könnten dann einen auf der Thunfisch-Dose abgebildeten QR Code einlesen und alle auf der Blockchain gespeicherten Daten einsehen – vom Fischfang, über die Verarbeitung, bis hin zum Transport in den Supermarkt.

Ein ähnliches System könnte in vielen anderen Branchen nützlich sein. Denken Sie zum Beispiel an Flugzeugturbinen. Durch eine transparente Lieferkette könnten Fluggesellschaften sicherstellen, dass auf dem Zweitmarkt gekaufte Ersatzteile über ihren Produktlebenszyklus hinweg regelmäßig gewartet wurden.

Die erhöhte Transparenz kommt dabei allen zugute – Unternehmen können so die Nachhaltigkeit ihrer Lieferkette nachweisen und Ineffizienzen rückverfolgen und Verbraucher können mit gutem Gewissen konsumieren.

Die Optimierung von Lieferketten ist einer der vielversprechendsten Anwendungsfälle der Blockchain-Technologie. Es gibt aber noch viel mehr, wie die Tokenisierung von Vermögenswerten. Es ist wahrscheinlich, dass zum Beispiel Immobilieninvestitionen in ein paar Jahren vorwiegend über sogenannte Security Token abgewickelt werden. Was ein Security Token ist, dass erfahren Sie im nächsten Artikel, diesen Donnerstag.