Wie der Handel mit Kryptowährungen schief gehen kann

Koordinierter Pump

Auf der Plattform Telegram gibt es eine geheime Chatgruppe, die sich verabredet, manipulativ in den Kurs von Kryptowährungen einzugreifen. Die Telegram-Gruppe nennt sich „Big Pump Signal“ und zählt fast bis an die 3000 Abonnenten. Stündlich wird ein Countdown von einem Nutzer mit dem Namen Murat A. heruntergezählt und dann zum großen „Binance Pump“ geblasen. Bei Binance handelt es sich um eine der Krypto-Handelsplattformen, auf der sich eine große Menge an alternativen Coins tummeln. Der Wert einer Kryptowährung auf diesen Exchanges wird von Angebot und Nachfrage bestimmt. Stürzen sich mehrere Hunderte bis Tausende von Käufer auf eine bisher eher unbekannte Kryptowährung, die pro Coin kaum einen Cent kostet, kann dadurch der Preis dieser Altcoins rasant steigen. 

Der aktuelle Kurs wird dann auf Internetseiten wie coinmarketcap angezeigt. Dort steigt auch automatisch das gehandelte Volumen der Kryptowährung und die Marktkapitalisierung. Die Gruppe manipulierte bereits den eher unbekannten AirSwap Token, den OAX Coin und Bancor Coin. Das Ziel solcher Aktionen ist klar: Nach dem Pump sollen die Kryptowährungen, während sie ordentlich an Wert zulegen konnten, zu höheren Preisen verkauft werden. Andere Investoren sehen nur, dass eine bisher unbekannte Kryptowährung mächtig zulegt. Also muss da etwas dran sein! Sie kaufen, sie wollen mitverdienen. Währenddessen springt die Gruppe ab und verkauft. Die Investoren sitzen nun auf einer Coin, die umsonst gehyped wurde.

Dabei sind solche Methoden bei börsennotierten Kursen strafbar. Bei Kryptowährungen befinden wir uns hingegen noch in einem grauen Markt. Am Ende profitieren jedoch nur wenige in der Gruppe davon. Und keiner der späteren Käufer.

 

CFTC greift ein

Behörden schenken den Kryptowährungen immer mehr Aufmerksamkeit und sind sich der Gefahr durch Pump & Dumps bewusst. Die US-Börsenaufsicht für Termingeschäfte CFTC hat sich der Problematik bereits angenommen. So gibt die CFTC einen Leitfaden zu virtuellen Währungen heraus und stellt Informationen zur Verfügung, damit sich Verbraucher vor Betrug schützen können. Gleichzeitig bietet der CFTC eine Prämie von 10 bis 30 Prozent für Pump & Dump-Whistleblower, die es dem CFTC ermöglichen, eine Geldstrafe von 1 Millionen Dollar zu verhängen.

Der CTFC hat mittlerweile vier generelle Warnungen herausgegeben, die jeder beherzigen sollte, der mit Kryptowährungen handeln möchte.

1. Man sollte keine Coins oder Token wegen nur eines einzelnen Hinweises kaufen, vor allem wenn dieser Hinweis aus den sozialen Medien kommt.

2. Werbung oder Webseiten, die schnellen Reichtum durch die Investition in Coins oder Token versprechen, ist grundsätzlich zu misstrauen.

3. Man sollte nicht an Pump & Dump-Aktionen teilnehmen. Dieses Geschäftsmodell ist illegal und schadet nur den Teilnehmern.

4. Es gibt keine Garantie einer Anlage oder Handelsstrategie zum Erfolg. Der Aussage, dass kein Risiko besteht, ist grundsätzlich zu misstrauen.