Wie die Erderwärmung unsere Gesundheit gefährdet

Der Begriff Klimawandel ist in aller Munde und wird von der Politik und den Medien kontrovers diskutiert. Experten gehen davon aus, dass die globale Erwärmung in den letzten Jahrzehnten vor allem durch anthropogene Einflüsse, also vom Menschen verursacht, deutlich fortgeschritten ist.

In den Jahren von 1956 bis 2005 konnte ein durchschnittlicher Anstieg der Temperatur von ca. 0,13°C pro Jahrzehnt gemessen werden. Dieser Temperaturanstieg ist erheblich höher als der Anstieg der Durchschnittstemperatur pro Jahrzehnt in den Jahren zu Beginn des 20. Jahrhundert. Jedoch ist nicht eindeutig bewiesen, dass die Erderwärmung vorwiegend durch den Menschen verursacht wird. Nachgewiesen ist aber in jedem Fall eine Gefährdung der Gesundheit von Menschen, vor allem derjenigen, die bereits unter einer Erkrankung leiden.


Wie funktioniert die Erderwärmung?

Um den Mechanismus der Erderwärmung zu verstehen, ist es zunächst einmal wichtig einen Überblick darüber zu gewinnen, wie der Temperaturhaushalt der Erde funktioniert. Durch die von der Sonne abgestrahlte Energie in Form von Wärme, ist es überhaupt nur möglich bei relativ konstanten Temperaturen im erträglichen Bereich die Erde zu bewohnen. Die Erdatmosphäre, die aus verschiedenen Gasen besteht, sorgt in Kombination mit der Erdoberfläche durch ständiges Reflektieren und Durchlassen von energiereicher Strahlung für eine Balance der aufgenommenen und abgestrahlten Energie. Die Atmosphäre sorgt also im Verbund mit der Erdoberfläche dafür, dass die von der Sonne ausgehende Energie in der Erdatmosphäre gehalten werden kann. Wenn nun durch natürliche und anthropogene Faktoren die Temperatur auf der Erde ansteigt, hat dies auch eine Erwärmung der Ozeane zur Folge. Da wärmere Gewässer erheblich weniger CO2 binden können als kältere Gewässer, wird immer mehr CO2 aus den Meeren in die Atmosphäre abgegeben. Dadurch entsteht ein sogenannter Treibhauseffekt. Wie der Name es bereits vermuten lässt, sorgt der Treibhauseffekt dafür, dass Wärme in der Erdatmosphäre gespeichert wird.


Die Erderwärmung wird durch anthropogene Faktoren verstärkt

Der Lebensstil in vielen Ländern der Welt trägt tagtäglich dazu bei, dass die Erderwärmung weiter fortschreitet. Vor allem in den westlichen Industrieländern wird durch Landwirtschaft, Energiewirtschaft und enormen Straßen- und Flugverkehr, viel CO2 freigesetzt. Auch in Schwellenländern wie China, Russland oder Indien steigen die CO2-Emissionen Tag für Tag in besorgniserregendem Maße an.


Durch Industrielle Landwirtschaft und eine immer weiter fortschreitende Verstädterung werden ganze Wälder und Gewässer zerstört. Gerade die Rodung von Wäldern ist klimatechnisch äußerst kontraproduktiv, da Pflanzen hervorragende CO2-Speicher sind. Außerdem verstärkt die intensive Massentierhaltung den Treibhauseffekt, da durch die Nutztierhaltung in unermesslichem Ausmaß das Treibhausgas Methan (CH4) produziert wird.


Darüber hinaus befördert das massive Verkehrsaufkommen auf den Straßen und in der Luft über allen Kontinenten und Ozeanen die Erderwärmung, da bei den Verkehrsmitteln Kraftfahrzeug, Flugzeug und Schiff fossile Brennstoffe zur Fortbewegung verbrannt werden. Diese verursachen eine riesige Menge an Treibhausgasen.


Auch die Energiewirtschaft setzt in Zeiten der erneuerbaren Energien noch vorwiegend auf fossile Brennstoffe, die klimaschädliche Emissionen produzieren.


Mögliche Gefahren für die Gesundheit von Menschen

Die Liste der möglichen Gefahren und Schäden für die Gesundheit der Menschen, die durch die Erderwärmung entstehen, ist lang. Der Klimawandel hat direkte und indirekte Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen. Unter den direkten Auswirkungen versteht man vordergründig Extremwettererscheinungen wie Hitzewellen, Stürme und Orkane und durch Starkregen bedingtes Hochwasser bzw. Überschwemmungen. Die Auswirkungen können in Form von Infektionen, Verletzungen und auch psychischen Belastungen wie übermäßigem Stress, Angstzuständen und Depressionen führen. Gerade für Säuglinge, alte und pflegebedürftige Menschen und Menschen mit chronischen Erkrankungen können Extremwettererscheinungen besonders gefährlich werden. Hitzewellen in Metropolregionen und Ballungsräumen mit wenig Frischluftzufuhr und Waldflächen können sich besonders gesundheitsgefährdend auswirken. In den dicht besiedelten Regionen in Mittel- und Osteuropa sowie in Südostasien steigen die Temperaturen besonders stark an. Hier leben besonders viele Menschen, die aufgrund ihres Alters oder aufgrund von Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Diabetes in hohem Maße hitzegefährdet sind.


Unter indirekten Auswirkungen versteht man gesundheitliche Risiken, die durch sich verschlechternde Umweltbedingungen wie Luft- und Trinkwasserverschmutzung auftreten. Auch die Ausbreitung von Krankheiterregern, die über die Tiere übertragen werden, wird durch die Klimaerwärmung begünstigt. Die Population von Zecken und gefährlichen Stechmücken wird weiter zunehmen. Auch in diesen Fällen sind vorerkrankte und alte bzw. schwache Menschen im Nachteil.