Wie kleine Länder wie Malta oder Bermuda um Krypto-Firmen buhlen

Für Hedgefonds gelten die Cayman Islands als typisches Domizil, während der klassische Online-Poker-Anbieter vorzugsweise in Gibraltar oder Malta gründet. Wenn ein genauer Blick auf Unternehmen der Krypto-Szene geworfen wird, so zeichnet sich derzeitig ein Wettbewerb zwischen mehreren Ländern ab. Die Krypto-Unternehmen suchen aktuell vor allem ein Land, welches keine regulatorischen Unsicherheiten wie die USA oder China bietet.

Vor allem kleine Länder wie Bermuda, Malta, Gibraltar oder Liechtenstein haben Gesetze erlassen oder in der Abstimmung, welche Vorteile für Krypto-Unternehmen gewähren. Somit sollen vor allem die entsprechenden Unternehmen angelockt und Projekte gesichert werden. In Malta wurden beispielsweise drei Gesetze beschlossen, welche dazu beitragen, dass Kryptowährungen erstellt und offiziell gehandelt werden können. Auch in Bermuda wurde ein Gesetz mit einem Fokus auf Kryptowährungen verabschiedet. Demnach können Startups ein Initial Coin Offering (ICO) in Absprache mit dem Finanzminister durchführen und somit den zeitlichen Rahmen des ICOs verkürzen. Das Land verfügt zwar nur über 65.000 Einwohner und eine Fläche von 20 Quadratkilometern, doch die Wirtschaft ist laut den Aussagen des Premierministers sehr fortschrittlich. Bermuda möchte den Ruf eines Inkubators erhalten, der neue Startups aus der Krypto-Szene hervorbringt.

 

Wirtschaftlicher Aufschwung im Fokus

Mit der Funktion als Krypto-Inkubator sollen vor allem der weltweite Ruf sowie der lokale Arbeitsmarkt gestärkt werden. Allerdings ist diese Entwicklung auch mit Risiken verbunden. Bisher sorgten vor allem Hackings und Scams für Aufsehen in der Szene. Insbesondere die Entwicklung des Bitcoins sorgte dafür, dass die digitale Währung in den Fokus von Angreifern gelangte. Zudem werden keine Bestätigungen anderer Institutionen benötigt, sodass die Transaktionen schneller vollzogen werden können. Das hohe Maß an Volatilität stellt ebenso ein Risiko dar, denn während die Währungen im letzten Jahr zu einem Höhenflug ansetzten, steht im aktuellen Jahr eine Konsolidierung an.

Zudem gelangen Kryptowährungen in ein schlechtes Licht, denn oftmals werden die digitalen Währungen mit illegalen Handlungen in Verbindung gebracht. In China hat die Regierung Handelsplätze für die Digitalwährungen und ICOs verboten. Insbesondere die hohe Risikofreude der Investoren trug zu diesem Schritt bei. In Japan wurden die Lizenzen nach einem Hack und Token-Diebstahl ausgesetzt. Auch die USA sieht die Währungen kritisch und ein Abgeordneter merkte bereits an, dass die meisten Gewinne durch Kryptowährungen nicht legal waren.

Diese Regulierungen und skeptischen Einstellungen durch die etablierten Weltmächte sorgen dafür, dass auch kleinere Länder eine Chance haben, um Krypto-Unternehmen anzulocken. Dieses Vorgehen zeigt bereits jetzt Wirkung und viele Unternehmen planen die Eröffnung von Zweigstellen in den entsprechenden Ländern. Experten sehen die ungewissen Aussichten auf Regulationen durch Staaten als das größte Problem von Krypto-Unternehmen an. Denn die neue Technologie biete eine Möglichkeit, um Arbeitsplätze und technologische Fähigkeiten ins Land zu schaffen.