Wie läuft ein Security Token Offering ab?

Bei einem Security Token Offering gibt ein Emittent einen Security Token aus und erhält im Gegenzug entweder Eigen- oder Fremdkapital. Wie das genau abläuft, erfahren Sie in diesem Artikel.

In unserem letzten Artikel haben wir das Konzept des Security Tokens vorgestellt, die digitale Abbildung eines regulierten Finanzinstruments. Ähnlich wie Aktien oder Anleihen werden diese Token in einer Emission an Investoren ausgeben – das nennt man Security Token Offering (STO).

Wichtig ist die Abgrenzung zu den sogenannten Initial Coin Offerings (ICO). Diese unterliegen im Gegensatz zu STOs nicht der Finanzmarktaufsicht und sind daher mit hohen Risiken behaftet.

Für ein STO muss die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) zuerst den Wertpapierprospekt des Tokens genehmigen. Nur solche Token, die dem Anforderungskatalog der Bafin entsprechen, dürfen in Deutschland vermarktet werden.

 

STOs sind meist in mehrere Phasen gegliedert

Bei einem STO gibt ein Emittent einen Security Token aus und erhält im Gegenzug entweder Eigen- oder Fremdkapital. Anleger können die tokenisierten Wertpapiere direkt beim Emittenten kaufen. Anders als bei traditionellen Börsengängen ist also kein Zwischenhändler notwendig.

In der Regel werden STOs in verschiede Phasen gegliedert. Meistens gibt es eine private Verkaufsrunde, an der nur qualifizierte Investoren teilnehmen dürfen und eine öffentliche Runde, an der jeder teilnehmen darf.

Investoren müssen sich lediglich für das STO anmelden – meistens erfolgt das über eine Webseite – und sich mit ihrem Ausweis identifizieren. Sollten alle Voraussetzungen erfüllt sein, dann muss nach Vertragsabschluss die Investitionssumme überwiesen werden und im Gegenzug werden die Token in das digitale Wallet des Investors transferiert.

 

Security Tokens können am Sekundärmarkt gehandelt werden 

Wie bei traditionellen Aktien und Anleihen gibt es auch für Security Token einen Sekundärmarkt. Nach der Erstausgabe registriert der Emittent den Token an einer oder mehreren regulierten digitalen Börsen. Nach diesem Listing können die Token dann frei an diesen Börsen gehandelt werden.

Da es sich bei Security Tokens um regulierte Finanzprodukte handelt, müssen auch die Börsenbetreiber den Anforderungen der Finanzmarktaufsicht entsprechen. Bislang ist dieser Sekundärmarkt noch relativ klein, da die Technologie in der Anfangsphase steckt. Mehrere regulierte Börsenbetreiber, beispielsweise die Börse Stuttgart, arbeiten aber bereits an regulierten Handelsplattformen für Security Token.

Im Prinzip ist ein STO also nichts anderes als eine klassische Aktien- oder Anleiheemission, nur eben in digitaler Form. Dadurch haben sowohl der Emittent als auch der Anleger allerdings einige Vorteile, zum Beispiel niedrigere Kosten, einfachere Abwicklung, niedrigere minimale Anlagesummen und Handelbarkeit rund um die Uhr. Mehr dazu erfahren Sie im nächsten Artikel.