Wie man seine Schwächen als Stärken bei einem Vorstellungsgespräch verkauft

Die gute Nachricht ist: Mit ein paar einfachen Tricks lassen sich Schwächen in Stärken umwandeln, welche den potentiellen Arbeitgeber begeistern und den Personalverantwortlichen gekonnt den Wind aus den Segeln nehmen.

 

Schwächen in Stärken umwandeln - so gelingt das Vorstellungsgespräch

Die Frage nach den eigenen Schwächen - Bestandteil jedes Vorstellungsgesprächs. Als Bewerber könnte man meinen, dass Personalverantwortliche es sich zum Sport gemacht haben, den Kandidaten im Vorstellungsgespräch Fallen zu stellen - schließlich möchten sie die zukünftigen Arbeitnehmer auf Herz und Nieren prüfen, wozu auch gehört, etwas über die jeweiligen Schwächen der Person zu erfahren. Die Fragen nach persönlichen Schwächen ist also absolut legitim und heutzutage fester Bestandteil von Vorstellungsgesprächen geworden, auch wenn es unangenehm sein mag. Das ist jedoch kein Grund, sich zu fürchten - denn wenn man weiß, dass die Frage gestellt wird, kann man sich dementsprechend darauf vorbereiten. Und sie mit etwas Geschick in einen eigenen Vorteil verwandeln! Manchmal bekommt man den Ansatz dazu schon mit der Frage geliefert, wenn Personalverantwortliche dazu auffordern, etwas über Schwächen und Stärken gleichermaßen dazu erzählen. In anderen Fällen wird nach den Schwächen allein gefragt, was jedoch nicht heißt, dass man bei der Antwort nicht auch auf Stärken eingehen darf.

 

Welche intelligenten Antwortmöglichkeiten gibt es? 

Dass es ein No Go ist, die Frage nach den Schwächen mit "Ich habe keine" abzuwiegeln, versteht sich von selbst. Kandidaten sollten mindestens eine oder zwei Eigenschaften nennen, die als Schwäche eingeordnet werden können. Wer clever antworten möchte, baut direkt einen Lösungsvorschlag mit ein: "Ich hatte in der Vergangenheit Probleme, mit dem Excel-Programm umzugehen. Das mag wohl daran liegen, dass ich kein Zahlenmensch bin. Ich habe allerdings seit letztem Monat einen IT-Kurs an der Volkshochschule belegt, um meine Fähigkeiten in diesem Bereich zu verbessern". Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Schwäche durch umgekehrte Psychologie direkt in eine Stärke umzuwandeln. Eine solche Antwort sollte man sich jedoch im Vorfeld gründlich zurecht legen und gegebenenfalls sogar ein paar Mal üben, damit sie nicht übertrieben oder gekünstelt klingt: "Ich bin manchmal etwas ungeduldig. Letztendlich hängt das mit meinem Ehrgeiz zusammen, denn wenn ich mir ein Ziel gesetzt habe, gebe ich alles dafür, es innerhalb kürzester Zeit zu erreichen". Auch ist es denkbar, zunächst mit einer humorvollen Gegenfrage zu antworten, wenn die Gesprächsatmosphäre entspannt ist: "Wie genau definieren Sie denn eine Schwäche? Laut meiner Frau habe ich viel zu viele!"

 

Achtung platt: Was es zu vermeiden gilt 

Wer sich als Antwort zurecht gelegt hat, Perfektionist zu sein, sollte dies lieber für sich behalten. Denn das ist jene Antwort, die Personalverantwortliche in ihrer Laufbahn schon dutzende Male zu hören bekommen haben! Auch gilt Vorsicht bei Aussagen, die selbstbewusst gemeint sind, allerdings als arrogant interpretiert werden können: "Dazu müssen Sie meine Freunde und Verwandte fragen, denn ich selbst bin natürlich überzeugt von mir". Allgemein ist es besser, persönliche Eigenschaften anzusprechen und über Wesenszüge ins Detail zu gehen. Laster wie die Freude am Alkohol, Rauchen oder fragwürdige Hobbys wie z.B. der Hang zum Extremsport sollten auf gar keinen Fall angesprochen werden. Ebenso wenig ratsam ist es, Schlüsselfaktoren wie hohe Belastbarkeit (Schwäche: geringe Stressresistenz) oder fließende Englischkenntnisse (Schwäche: mangelnde Englischkenntnisse) zu erwähnen.

 

Fazit 

Auf die Frage nach den eigenen Schwächen muss jeder Bewerber gefasst sein, weil sie als Bestandteil mittlerweile zum Vorstellungsgespräch dazu gehört. Umso beruhigender ist die Tatsache, dass man sich im Vorfeld darauf vorbereiten kann. Eine Schwäche erwähnt man am besten, indem man anschließend einen Lösungsvorschlag präsentiert oder sie direkt verbal in eine Stärke umwandelt. Dinge wie Laster oder platte Aussagen, die Personalverantwortliche schon oft gehört haben, gilt es zu vermeiden.