Wie verhext ist der Dax?

Am Donnerstag, dem 16. März 2018, wurde der Dax erst ab 09.40 h notiert, mithin deutlich verzögert. Das dürfte nicht die letzte Unregelmäßigkeit am heutigen Handelstag bleiben. Der vergangene Donnerstag war der sogenannte "Hexensabbat", was bedeutet, dass um 13.00 Uhr die Futures und Optionen auf den Leitindex Dax abgerechnet werden. Das sorgt stets für hohe Bewegung am Markt.

Volatiler Dax

Jede Verfallswoche sorgt für hohe Volatilität im Dax, der Hexensabbat dürfte daher nur der Höhepunkt der letzten Woche sein, die an sich von extremen Schwankungen geprägt war. Dazu trugen auch politische Nachrichten bei. Am Dienstag (13.03.18) gab es einen Mini-Crash im Dax: Er rauschte um rund 300 Punkte nach unten, nachdem US-Präsident Donald Trump seinen kompetenten, wirtschaftserfahrenen und besonnenen Außenminister Rex Tillerson gefeuert hatte. Es folgten am Mittwoch und Donnerstag "inside days" mit kleinerer Handelsspanne und aufsteigender Tendenz, die sich am heutigen Freitag bislang fortsetzt. Die übergeordnete Tendenz bleibt aber bearish. Seit dem großen Absturz in der letzten Januarwoche ist das große Bild eingetrübt, vom vormaligen Allzeithoch am 22. Januar 2018 - immerhin 13.527,50 Punkte - ist der Dax weit entfernt. Ein Überschreiten des letzten Wochenhochs bei rund 12.460 Punkten würde wieder Hoffnungen auf eine neue Aufwärtsbewegung schüren. Die 200-Tage-Linie verläuft aktuell bei 12.714 Punkten, ihr Überschreiten wäre ein noch deutlicheres technisches Signal für einen neuen Aufschwung.

Gemischte Vorgaben von den US-Indizes

Das "Smart Money" kauft zwar wieder, dennoch bleiben die Vorgaben der Wall Street gemischt. Der Dow Jones zeigt aktuell relative Stärke, während der marktbreite S&P 500 und der Nasdaq 100 in den letzten Tagen mit leichtem Minus aus dem Handel gingen. Alle US-Indizes erreichten teilweise beträchtliche Tageshochs, schlossen aber deutlich tiefer, was eine uneinheitliche Marktstimmung kennzeichnet. Diese scheint auf Sorgen um die chaotische Politik im Weißen Haus zu beruhen. Trumps Personalrochade setzt sich ungebremst fort, die jüngste Nachricht betrifft den Nationalen Sicherheitsberater McMaster. Trump will ihn wohl ablösen, wie die "Washington Post" berichtet. Auch die Spannungen zwischen der NATO und Russland aufgrund des Giftgasanschlags in Großbritannien und der nach wie vor im Raum stehende, sehr wahrscheinliche Handelskrieg zwischen den USA und dem Rest der Welt belasten die Märkte. China könnte besonders betroffen sein, dementsprechend verhalten sich asiatische Anleger äußerst zurückhalten. Der Nikkei ging mit -0,6 % ins Wochenende.

Wie könnte es mit dem Dax am Hexensabbat weitergehen?

Erfahrene Trader empfehlen, am Hexensabbat bis ca. 14.00 h nicht zu handeln. Erst wenn um die Mittagszeit die Futures an der Eurex ausgelaufen sind, verhalten sich die Märkte wieder berechenbar. Am Kassamarkt versuchen nämlich Investoren oft, kurz vor dem Verfallszeitpunkt die Kurse kurzfristig zu bewegen - in eine Richtung, die ihnen Gewinne bringt. Da die Marktstimmung ohnehin sehr schwankend verläuft, dürfte sich die Volatilität am Hexensabbat noch zusätzlich aufschaukeln. Die kleineren deutschen Indizes präsentierten sich heute etwas schwächer, beim MDax gab es einen Rückgang um 0,34 %, beim TecDax waren es 0,64 %. Der EuroStoxx 50 legte wiederum um 0,15 % zu. Der IPO von Healthineers, über den wir berichteten, ist erfolgreich gestartet. Der erste Kurs im börslichen Handel lag bei 29,10 Euro (bei einem Ausgabepreis von 28 Euro), danach ging es hinauf bis auf 29,93 Euro (Stand: 13.17 h). Die Lufthansa baut ihren Vortagesgewinn weiter aus (+1,8 %), Fraport verlor aber im MDax 1,3 % wegen zu schwacher Jahreszahlen.

Weitere Werte

Der Euro notiert um 0,17 % fester bei 1,2327, während dieser am Donnerstag, den 15.03.2018 noch gegen den Dollar gefallen war, was auch den Goldpreis gedrückt hatte.  Am Freitag stand der Goldpreis bei 1.320 $/oz und damit wieder deutlich über dem gestrigen Schlusskurs. Im Ölpreis herrscht sehr wenig Bewegung, Brent notierte um die Mittagsstunde am Freitag um 0,13 % fester bei 65,20 Dollar pro Barrel.