Winkelmann, Chef von Air Berlin, muss für Millionengehalt doch arbeiten

Thomas Winkelmann, Ex-Vorstandsvorsitzender von Air Berlin, wird erst einmal weiter beschäftigt. Der 58-Jährige wird mit 130 anderen Beschäftigten der Air Berlin die Insolvenzverwaltung bei deren Abwicklung unterstützen, wie der Sprecher der Insolvenzverwalter Lucas Flöther mitteilte.

Air Berlin Chef Winkelmann weiter in Arbeit                                            

Eigentlich hatte es geheißen, der Ex-Vorstandsvorsitzende Thomas Winkelmann wechsele schon im April in den Verwaltungsrat der Air Berlin, um von dort die weitere Abwicklung der insolventen Airline beratend zu begleiten.

Öffentlich wurde sogar dem Szenario Vorschub geleistet, Winkelmann höre auf und erhalte dennoch 4,5 Millionen Euro, während viele Mitarbeiter von Air Berlin am Boden bleiben und in die Grundsicherung wechseln.

Thomas Winkelmann wird weiter beschäftigt. Der 58-Jährige wird mit 130 anderen Beschäftigten der Air Berlin die Insolvenzverwaltung bei deren Abwicklung unterstützen, wie der Sprecher der Insolvenzverwalter Lucas Flöther mitteilte.

Bank garantierte Gehaltszahlungen

Tatsächlich war Winkelmanns Gehalt durch eine Bankgarantie trotz desolater Finanzlage der Fluggesellschaft mit 4,5 Millionen Euro abgesichert worden.

Der arabische Großaktionär Etihad hatte erklärt, die umstrittene Bankgarantie nur gegeben zu haben, weil man Winkelmann damit für 4 Jahre habe binden wollen. Diese Zahlung gehe auch nicht zulasten der Air Berlin oder der Steuerzahler.

Ethisch- entsprechend geltenden Verhaltenskatalogs

Es existiert ein unverbindlicher Verhaltenskatalog für börsennotierte Unternehmen zur guten Unternehmensführung. Dieser ist zwar unverbindlich, dafür aber eindeutig: Der Deutsche Corporate Governance Kodex sieht ein sogenannten "Abfindungs-Cap vor", damit "Zahlungen an ein Vorstandsmitglied bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit einschließlich Nebenleistungen den Wert von zwei Jahresvergütungen nicht überschreiten". Zudem sollten keine Zahlungen erfolgen, "wenn der Anstellungsvertrag aus einem von dem Vorstandsmitglied zu vertretenden wichtigen Grund beendet wird".

Widerspruch vermeiden

Bei einer vorzeitigen Kündigung seitens des Unternehmens war Winkelmann unter anderem die Zahlung seines jährlichen Grundgehalts von 950 000 Euro bis zum Ende der zugesagten vierjährigen Vertragszeit zugesagt worden. Zusätzlich erhielt er bereits eine Einmalzahlung von 300 000 Euro. Von Air Berlin war die Vereinbarung über die zugesagte Fortzahlung des Gehalts stets als "branchenüblich" beschrieben worden.

Will man sich nicht widersprechen, ist es unbedingt ratsam, Winkelmann entsprechend lange zu behalten – und ihn nicht in den Verwaltungsrat wechseln zu lassen. Denn das Kontrollgremium, in das Winkelmann als Nachfolger von Joachim Hunold wechseln sollte, hätte bei Abschluss von Vorstandsverträgen auf die Einhaltung genau dieser Vorgaben aus dem Kodex zu achten.

Auf Rückzahlungen wird noch gehofft

Somit ist für alle Seiten besser, Winkelmann bleibt weiter damit beschäftigt, zusammen mit den Insolvenzverwaltern und Gläubigervertretern der Air Berlin herauszufinden, wo noch Außenstände bestehen könnten.

Unter anderem hofft die Airline auf die anteilige Rückerstattung von Abschlagszahlungen, die von Flughäfen in den letzten Monaten des Flugbetriebs verlangt worden waren.