Wirecard: Da geht noch mehr

Seit Monaten fragen sich Anleger, wann die Rallye des Zahlungsanbieters WIrecard ein Ende finden wird. Einige Shortseller versuchten der Rallye ein Ende zu setzen, doch diese Versuche verliefen sich und die Shortseller mussten herbe Verluste einstecken. Dieser Umstand belegt erneut, dass langfristige Trends zum Wandel einer ganzen Branche lange anhalten und nicht durch die negativen News einiger Anleger gebrochen werden können. Dabei ist ein fundamental bedingtes Wachstum den Börsenanlegern oftmals egal und der aktuelle Trend treibt die Kurse in die Höhe. Im Laufe des vergangen Jahres konnte das Unternehmen seine Börsenbewertung vervierfachen und auch in Zukunft sehen Experten weiteres Kurspotenzial. Mitte Juli konnte die Aktie das letzte Kaufsignal realisieren. Zu diesem Zeitpunkt notierte das Papier noch bei einem Kurs von 158,1 Euro. Die anschließende Rallye ermöglichte der Aktie das Erreichen neuer Höchststände. Die Bullen konnten weiterhin die aktuelle Bewertung bestätigen, sodass sich ein neuer Höchststand bei 183,95 Euro ergab.

Für den HSBC-Analyst Antonin Baudry bestätigten die Quartalsergebnisse von Wirecard die Kaufempfehlung. Demnach entsprachen die endgültigen Resultate des vergangenen Quartals den Erwartungen der Experten. Zudem sehen die Experten in den aktuellen Jahresprognosen des Vorstandes eine konservative Schätzung. Das von Baudry ausgesprochene Kursziel von 235 Euro markiert zum aktuellen Zeitpunkt die höchste Analystenbewertung. Die jüngste Meldung, dass ein chinesischer Investor über einen Einstieg bei Wirecard nachdenkt, sorgte für zusätzliche Fantasien bei den Investoren. Allerdings stellte sich schnell heraus, dass diese Spekulation eine Ente war. Bei der News handelte es sich um eine aufgewärmte Spekulation, die im Jahre 2016 auf dem Finanzblog Betaville veröffentlicht wurde.


Aussicht zur weiteren Entwicklung

Das eine fundamentale Bewertung von Wirecard als Wachstumsunternehmen nur wenig Sinn ergibt, wurde eingangs bereits erwähnt. Stattdessen können Interessenten einen Blick auf die charttechnischen Signale werfen. Es stellt sich die Frage, wann die aktuelle Rallye ein Ende findet. Die vergangene Impulswelle, welche im April begann und im Juni endete, besaß eine Spanne von 70 Euro. Wird ein Blick auf das Pivot-Tief im Juni geworfen, so ergibt sich ein neues Ziel bei 200 Euro. Da diese Bewertung auch eine psychologische Marke symbolisiert, ist ein Erreichen dieses Kurses durchaus im Bereich der Möglichkeiten. Allerdings sollten Investoren auch beachten, dass sich der Kurs der Aktie am 20-Tage-Durchschnitt orientiert. Wer den aktuellen Trend mitnehmen möchte, kann den 20-Tage-Durchschnitt als Trailing-Stop für laufende Gewinne nutzen. Sollte diese Durchschnittsmarke nicht unterschritten werden, können Investoren mit weiteren Kursgewinnen rechnen.

Wer aktuell in Wirecard investiert ist, sollte die Gewinne laufen lassen und auf die nächste News warten. Eine Veröffentlichung neuer Zahlen könnte die Erwartungen der Analysten übertreffen und somit ein neues Kaufsignal generieren.