Wirecard profitiert vom Online-Shoppingboom

Wirecard kümmert sich um die digitale Zahlungsabwicklung, weshalb das Unternehmen von der großen Nachfrage nach Online-Angeboten profitiert. Die Zahlen für das dritte Quartal fielen hervorragend aus und sorgten dafür, dass die Anteilsscheine an Wert zulegten.

Anleger suchen nach Unternehmen, die durch gute Bilanzen glänzen, weswegen sich eine Investition dort lohnt. Die allgemeine Ausgangslage hat sich jedoch etwas verschlechtert, weshalb es an den Börsen weltweit zu Kursrutschen kam. Firmen, die gegen den Trend ihre Situation verbessern, sind daher bevorzugte Anlageobjekte.


Wirecard erfüllt diese Voraussetzungen. So kam es im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu einem Erlösanstieg, der bei 35 Prozent liegt. Der Betrieb, der erst vor ein paar Wochen in den Dax aufrückte, kann nun einen Umsatz von 549,2 Millionen Euro vorweisen. Die Münchner schafften zusätzlich eine Ergebnisverbesserung vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern. Hier kam es zu einer Steigerung, die bei 36 Prozent liegt und damit 150,1 Millionen Euro entspricht.


Weitere interessante Fakten

Wirecard hat sich auf die Zusammenarbeit mit kleinen und mittleren Geschäften spezialisiert, die einen Online-Shop besitzen. Die Spezialisten aus Aschheim kümmern sich für ihre Partner um die sichere und einfache Abwicklung von Zahlungsgeschäften. Das Unternehmen ist so erfolgreich, dass er in den Dax aufstieg und somit zu den wichtigsten gehandelten Werten des Landes gehört. Hierbei verdrängte die Firma, die erst 1999 gegründet wurde, die Commerzbank aus dem wichtigsten nationalen Leitindex. Doch die schlechte Stimmung, die insgesamt im Technologiebereich herrscht, führte auch bei Wirecard zu Verlusten. Noch im September bezahlten Interessierte für einen Anteilsschein 199 Euro. Seit diesem Hoch ist es zu einem deutlichen Einbruch gekommen. Derzeit liegt der Wert einer Aktie bei ungefähr 163 Euro, was einem Verlust von ungefähr 20 Prozent entspricht.
Trotzdem liegt der Gesamtwert der Firma bei ungefähr 20 Milliarden Euro. Somit ist Wirecard ungefähr 2,3 Milliarden Euro mehr Wert als das deutsche Traditionsbankhaus.


Auch befinden sich die nun vorlegten Zahlen innerhalb der Erwartungen, welche die Verantwortlichen zu Jahresbeginn herausgaben. Der Unternehmenschef Markus Braun gab ein Ziel von 530 und 560 Millionen Euro aus. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass Wirecard das obere Ende dieser Zielspanne erreicht, oder die gesetzten Vorgaben sogar übertrifft.


Die Unternehmensgeschichte

Bis zum 13. März 2005 war die Firma unter dem Namen „InfoGenie AG“ bekannt und ist heute auf allen Kontinenten mit seinen Zahlungslösungen vertreten. Es handelt sich um eines der erfolgreichsten deutschen Start-ups, welches fast 5.000 Beschäftigte in seinen Reihen hat. Der Umsatz des letzten Jahres lag bei 1,50 Milliarden Euro, wobei hier voraussichtlich eine deutliche Verbesserung auftreten wird.


Zusätzlich zu den Zahlungsverkehrslösungen ist der Betrieb im Bereich des Risikomanagements tätig und hilft bei der Herausgabe und der weltweiten Akzeptanz von Kreditkarten. Durch die Tochtergesellschaft „Wirecard Bank AG“ ist der Betrieb im Besitz einer deutschen Banklizenz und arbeitet zusätzlich mit den großen Kreditkartenunternehmen VISA und Mastercard zusammen. Außerdem gibt es eine Kooperation mit Anbietern wie Apple Pay, American Express, Alipay, China UnionPay, Discover/Diners oder JCB.

 

Der Konzern ist zusätzlich unterstützend tätig, wenn sich stationäre Händler dazu entschließen, dass sie ihr Zahlungsspektrum erweitern. Die Experten bieten dazu Lösungen an, die sich auf jeden Interessenten speziell zuschneiden lassen. 2016 kam es zusammen mit der WMF-Group zur Entwicklung einer eigenen App, welche den Zahlungsverkehr vereinfacht, da eine Verknüpfung von Einkäufen direkt im Geschäft mit Angeboten aus dem Netz möglich ist. Onlinehändler und Einzelhandelsgeschäfte, welche Kreditkarten akzeptieren, sind dabei die wichtigsten Kunden des in der Nähe von München ansässigen Unternehmens.


Seit 2005 ist Wirecard an der Börse notiert, wobei schon 2006 der Aufstieg in den TecDax gelang. Seit dem 24. September 2018 ist das FinTech nun im Dax vertreten und rangiert laut „Forbes Global 2000“ auf dem 1895. Platz der weltweit 2000 größten Aktienunternehmen.