Zalando: Langer Sommer belastet die Modebranche

Laut dem Chef von Zalando, Rubin Ritter, scheint vor allem der lange Sommer daran schuld zu sein, dass man nun erneut die Erwartungen für die Umsätze und Gewinne in diesem Jahr reduzieren muss. Die lange Phase von Hitze und Trockenheit hat nicht nur dafür gesorgt, dass sich der Start der Herbstsaison für das Unternehmen spürbar nach hinten verschieben wird. Vor allem musste man die eigenen Kunden und Umsätze mit erheblichen und deutlich mehr als vorher geplanten Rabattaktionen bei Laune halten. Dieses Problem sei aber nicht auf Zalando alleine beschränkt, sondern sei derzeit in der gesamten Modewelt in Deutschland zu bemerken. Vergleichbare Zahlen waren auch bei den Unternehmen Gerry Weber und Ahlers zu bemerken - auch hier sind die Umsätze über den Sommer deutlich zurückgegangen und es gab Hinweise darauf, dass man die erhofften Ziele dieses Jahr vielleicht nicht erreichen wird.

Ungeachtet der neuerlichen Probleme und der Korrektur der Umsätze will das Unternehmen weiter investieren. Nachdem man im zweiten Quartal in Irland und Tschechien mit dem Vertrieb gestartet ist, setzt man nun auch auf deutlich mehr Diversifizierung im eigenen Shop. Darüber hinaus werden die Investitionen in die Logistik und den Vertrieb weiter erhöht, damit die Kunden auf ein noch schnelleres Netz aus Lieferungen und Service setzen können.

Davon ab, werde man bei der kurzfristigen Betrachtung der eigenen Gewinne und Umsätze weiterhin Abstriche machen müssen. War man sich bei der letzten Warnung noch sicher, dass die ursprünglichen Ziele von einem Umsatzwachstum von 20 Prozent eingehalten werden können, wird man dieses wenn überhaupt, dann nur noch knapp erreichen. Auch im dritten Quartal wird man die prognostizierten Umsätze und Gewinne vermutlich nur noch knapp erreichen. Weitere Informationen sollen an die inzwischen 15.000 Mitarbeiter in den kommenden Wochen folgen und auch den derzeitigen Kurs des Unternehmens noch einmal genauer erklären.


Langfristige Ziele bleiben von kurzfristiger Schwäche unberührt

Trotz aller Probleme in diesem Jahr und mit diesem Sommer will man bei Zalando an seinem derzeitigen Kurs festhalten und dafür sorgen, dass man weiterhin stärker wächst als der restliche Markt. Angesichts von deutlich gestiegener Konkurrenz, etwa durch die britische Marke Asos oder durch das ausgebaute Angebot von Amazon, sollen durch die Investitionen und das konstante Wachstum weiterhin die Marktanteile gehalten werden. Dafür will man auch neue Wege gehen und zum Beispiel flexibler beim Einkauf werden oder das eigene Partnerprogramm stärker erweitern, um auch beim Vertrieb die Flexibilität erhöhen zu können. Es bleibt aber erst einmal abzuwarten, wie die Zahlen am Ende des Jahres wirklich aussehen werden.