Zuckerberg & Co regulieren wie Rockefeller

Regulierung ist lediglich ein Einflussfaktor 

Bis heute gilt John D. Rockefeller als reichster Mensch der Neuzeit. Dabei konnte er sein Monopol einzig durch den Aufbau eines Monopols im Bereich der Ölverarbeitung sowie -verteilung erwirtschaften. Zu Spitzenzeiten erzielte dieses Monopol, welches unter dem Namen Standard Oil bekannt war, einen Weltmarktanteil von 90 Prozent. Im Jahre 1906 wurde dieses Monopol in 34 Nachfolgegesellschaften zerschlagen. Noch heute sind einige dieser Gesellschaften auf dem Markt aktiv, etwa ConocoPhilipps, Chevron oder ExxonMobil.

Insbesondere die Zerschlagung des Monopols sorgte dafür, dass Rockefeller einen beträchtlichen Vermögenszuwachs realisierte. Nach der Aufteilung des Unternehmens verloren die neuen Tochtergesellschaften einen Großteil des Wertes. Allerdings erkannt Rockefeller den inneren Wert der Unternehmen und kaufte deren Anteile zu Tiefstpreisen. Insbesondere die Erfindung von Automobilen sowie der Erste Weltkrieg sorgte für einen rasanten Anstieg des Ölpreises, sodass Rockefeller direkt von diesen Einnahmen profitierte.


Oligopol-Regulierung 

Bestandteil aller marktwirtschaftlich organisierten Staaten ist die Regulierung von Monopolen und Kartellen durch Wettbewerbs- und Kartellbehörden. Eine besonders starke Position nimmt hierbei die Europäische Union ein. So verhinderte der EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti, dass das US-Unternehmen GE Honeywell, einen Hersteller von Haushaltsgeräten, übernehmen konnte. Insbesondere die Erlangung einer marktbeherrschenden Stellung sollte durch dieses Einschreiten verhindert werden. Das britische Finanzmagazin „The Economist“ untersuchte die Investmentstrategie Warren Buffets, der sich demnach vor allem auf Oligolpole mit einem Burggraben konzentriere. Natürlich ist diese Aussage für viele Investoren nicht belastbar, doch der Schluss liegt nahe, dass eine Investition in Oligopole eine Alternative zur Fokussierung auf Monopole ist.


Oligopole existieren nicht nur an der Tankstelle 

Heutzutage schreiben viele Zeitungen über Oligopole, die Preisabsprachen bei den Tankpreisen verfolgen. Doch eine Aufdeckung dieser Preissprachen ist wohl kaum möglich, denn Oligopole verfolgen identische Ziele. Hierbei muss keine Preissprache durchgeführt werden, denn das optimale Verhalten ist offensichtlich. Um ein Gewinnmaximum zu realisieren, vermeiden die Oligopole einen Preiskampf. Während vor allem für Kunden der Preis eine entscheidende Rolle spielt, achten die Oligopole auf die Margensicherung. Diese Marge würde jedoch unter einem Preiskampf leiden, sodass dieser im Rahmen der oligopolen Preisbildung vermieden wird. Zudem haben Politiker und Gewerkschaften kein Interesse an der Zerschlagung dieser Oligopole, da diese hohe Steuereinnahmen generieren und Arbeitsplätze sichern.


Internet-Monopole und Oligopole 

Auch im aktuellen Zeitalter gibt es Monopole, so etwa Amazon. Das Geschäftsmodell erlaubt es kleinen Unternehmen innovative Produkte auf dem Markt anzubieten. Amazon führt im Rahmen des Angebots ständige Analysen durch, welche aktuelle Trends identifizieren. Die identifizierten Produkte werden anschließend ebenfalls von Amazon nachgebaut, sodass der Wettbewerbsvorteil eliminiert wird. Langfristig wird diese Entwicklung dafür sorgen, dass Amazon kaum Gewinne abführt, weil lediglich neue Märkte erschlossen werden und Jeff Bezos zum Rockefeller des neuen Jahrtausends wird. Doch auch die Internet-Oligopole spielen eine immer wichtigere Rolle. Allen voran nimmt Facebook hier eine führende Rolle ein. Jüngst teilte das Unternehmen mit, dass eine neue Dating-Plattform entwickelt werde. Im Anschluss verloren börsennotierte Dating-Portale massiv an Wert, denn Facebook verfügt über mehr Daten und kann einen größeren Mehrwert für Kunden entwickeln. Die zunehmende Regulierung ist nötig, um die Datennutzung auf eine sichere Grundlage zu stellen, doch zeigt die Geschichte auch, dass Regulierung in der Regel die Position von Oligopolen stärkt.