Der Ton im Handelskonflikt zwischen den USA und China wird immer schärfer. Wie lautet Ihre Einschätzung dazu?

Stürner: Der Handelskonflikt zwischen den USA und China ist von sich abwechselnden Phasen der Konfrontation mit der gegenseitigen Verhängung von Strafzöllen und Phasen der Annäherung gekennzeichnet. Nach dem geschlossenen „Waffenstillstand“ Ende Juni auf dem G20-Gipfel hat Donald Trump mit der nun angekündigten Verhängung von neuen Strafzöllen in Höhe von 10 Prozent auf chinesische Waren im Wert von 300 Milliarden US-Dollar ab September eine erneute Phase der Konfrontation eingeläutet. Angesichts des im Herbst beginnenden US-Wahlkampfs ist anzunehmen, dass der US-Präsident seinen Konfrontationskurs fortsetzen wird, um von seinen Anhängern weiterhin Unterstützung zu erhalten. Langfristig jedoch halten wir den Handelskonflikt für ein temporäres Phänomen, der insbesondere die langfristig positiven Perspektiven von US-Technologieunternehmen nicht nachhaltig beeinflussen wird.

 

Was bedeutet das für die Finanzmärkte?

Stürner: Sowohl die Unternehmen weltweit als auch die Finanzmarktteilnehmer sind verunsichert. Es wird an den Kapitalmärkten wohl ein heißer Herbst mit erhöhter Volatilität werden. Bereits im Zeitraum von Ende Juli bis Anfang August haben die globalen Aktienmärkte korrigiert: Der MSCI World (Euro) um 5,8%, der DAX um 6,2% und der Nasdaq (Euro) um 8,2%. Angesichts der eingetrübten Konjunkturaussichten wird es auch auf der Anleihenseite eher düster aussehen. Nach der Zinssenkung der Fed wird die EZB wie von EZB-Präsident Mario Draghi angekündigt im September die Leitzinsen weiter senken.

 


Wie reagieren Sie in Ihrem Portfolio auf die jüngsten Entwicklungen?

Stürner: Bei dem Handelskrieg geht es auch um die Vorherrschaft im Bereich der Technologie. So hat der chinesische Netzwerkausrüster Huawei auf den US-Boykott vorbeugend mit der Einführung seines eigenen Betriebssystems Harmony OS als Alternative für Android reagiert. Trotz Handelsstreit haben die Technologieriesen aber gute Quartalszahlen hingelegt. Huawei hat überzeugende Halbjahreszahlen vermeldet. In den USA haben die Branchenführer Facebook, Apple, Alphabet und Google gute Umsätze im letzten Quartal vorgewiesen. Aufgrund des allgemeinen Digitalisierungstrends bleibt der PEH EMPIRE deshalb vorwiegend in US-Technologietitel investiert. In Reaktion auf die aktuell fallenden Märkte haben unsere Indikatorensysteme Ausstiegssignale aus dem Aktienmarkt geliefert. Wir haben deshalb die Aktienquote im PEH EMPIRE auf rund 20 Prozent heruntergefahren (Stand Anfang August 2019) . Die flexible Allokation ermöglicht es, wenn der Börsenwind sich wieder dreht, die Aktienquote schnell wieder zu erhöhen.

 

MEHR INFOS
Stand
21.08.2019
PEH EMPIRE F
WKN: A0Q8QW
Performance 1J
1,30 %
Volatilität 1J
9,03 %
MEHR INFOS
Stand
21.08.2019
PEH EMPIRE P
WKN: 988006
Performance 1J
0,56 %
Volatilität 1J
8,80 %