Der Ton im Handelskonflikt zwischen den USA und China wird immer schärfer. Wie lautet Ihre Einschätzung dazu?

Bagci: Der Handelskonflikt zwischen USA und China dürfte Konjunktur und Märkte weiter belasten. Deutschland und Europa sind hiervon besonders stark betroffen, weil die Abhängigkeit vom internationalen Handel höher ist. Unsere Analysten gehen davon aus dass sich das Konjunkturumfeld auch im 3. Quartal nicht aufhellen wird. Die Federal Reserve dürfte dann genötigt sein, mindestens noch zwei weitere Male die Zinsen zu senken in diesem Jahr. Auch Maßnahmen der EZB stehen an. Aber es könnte sich ein Boden abzeichnen, nachdem die Industrieproduktion ja deutlich gefallen ist. Vor allem die Bewertung des DAX erscheint für unsere Analysten auf ein interessantes Niveau gefallen zu sein.

 


Was bedeutet das für die Rohstoff-Märkte?

Bagci: Zuletzt kam es zu einer deutlichen Korrektur bei den Industrie-Rohstoffen, der Markt scheint eine Abschwächung der globalen Rohstoffnachfrage zu erwarten. Unsere Analysten hingegen sehen, dass bei Öl vor allem das Angebot stärker verknappt wird. Die OPEC hat die Produktion gekürzt, und die Sanktionen gegen den Iran und Venezuala wurden verschärft. Das Wachstum von Schieferöl aus den USA verlangsamt sich. Höhere Preise sind aus Sicht unserer Analysten deshalb durchaus noch möglich. Auch bei Gold ist das Momentum positiv. Die Flucht in sichere Häfen hält an. Die Anleihenrenditen in US-Staatsanleihen sind weiter gefallen und erhöhen damit die Attraktivität des gelben Metalls. Weitere Zinssenkungen durch die Federal Reserve könnten den US-Dollar schwächen. Der Goldpreis dürfte davon profitieren.

 

Wie reagieren Sie in Ihren Portfolios auf die jüngsten Entwicklungen?

Bagci: Wir haben keine Portfolios, die wir managen. Wir sehen, dass die Nachfrage unserer Anleger nach Gold deutlich steigt.