Enorme Preisschwankungen an den Tankstellen

Heizöl hat sich ebenfalls deutlich verteuert. Laut Energie-Informationsdienst (EID) hat der Preis in den Großstädten die Höhe von 70 Euro für 100 Liter (bei Bezug von 3.000 Litern, brutto) überstiegen und ist damit im Verlauf eines Jahres um etwa 33 Prozent gestiegen. Ursache für das gestiegene Preisniveau sind die höheren Preise für Rohöl. Der Preis für 159 Liter Rohöl (ein Barrel) erhöhte sich binnen eines Jahres um mehr als 50 Prozent, bei der Nordseee-Sorte Brent um 27 von etwa 50 auf über 77 Dollar.
 

In Berlin war Benzin vergangene Woche am teuersten

Wegen der großen Schwankngen im Tagesverlauf an den Zaptsäulen von mehr als zehn Cent je Liter können die Höchstpreise regional und zu bestimmten Tageszeiten noch weitaus höher ausfallen. Die höchsten Preise mussten Autofahrer in der letzten Woche laut EID in Berlin mit 1,54 Euro pro Liter E10 und 1,38 Euro für Diesel bezahlen. Die Ölproduzenten förderten jahrelang mehr Rohöl, als weltweit benötigt wurde, und füllten so die Vorratslager. Aktuell liegen in den USA die Lagerbestände für Rohöl um 17 Prozent niedriger als im Vorjahr, für Benzin und Diesel um 23 Prozent.
 

Opec-Kartell hat Förderung zurückgefahren

Das Kartell der Opec-Staaten hat mit Unterstützung Russlands sowie anderer Förderstaaten auf der Angebotsseite seine Förderung reduziert. Die Opec-Länder haben die Förderung um etwa zwei Millionen Barrel pro Tag vermindert. Die politische und wirtschaftliche Situation Venezuelas ermöglicht keine Erhöhung der Förderquote für Rohöl. Nach Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran stehen ferner 2,5 Millionen Barrel pro Tag zur Disposition. Der Iran ist weltweit der fünftgrößte Ölexporteur und exportiert das geförderte Öl vorwiegend nach China und Indien, sowie in weitere asiatische Länder. Die amerikanischen Sanktionen könnten das Marktgleichgewicht beeinflussen.
 

Trotz Klimapolitik nimmt die Öl-Nachfrage weiter zu

Die iranischen Ölexporte könnten sich kurz- bis mittelfristig um rund 600.000 Barrel pro Tag vermindern. Dann würden sich die Ölpreise um weitere acht Dollar je Barrel erhöhen, also auf über 80 Dollar. Die globale Nachfrage nach Öl steigt weiter. Dies ist vor allem in der guten Weltkonjunktur begründet. Der Weltölbedarf erhöht sich allein im laufenden Jahr nach Angaben der IEA um 1,5 auf 99,3 Millionen Barrel pro Tag. Mit einer Entlastung auf dem Ölmarkt ist also zunächst nicht zu rechnen.