Little Green Pharma arbeitet mit Goldman Sachs und der Deutschen Bank als sogenannte globale Koordinatoren des Börsengangs zusammen, der im zweiten Quartal von 2019 stattfinden kann. Ein solcher Schritt würde Little Green Pharma zum ersten deutschen Cannabisproduzenten überhaupt machen. Das Unternehmen und die Banken lehnten allerdings eine genaue Stellungnahme zu diesem Thema ab.

 

Cannabis-Markt

Wissenschaftler behaupten, dass es immer mehr Beweise dafür gibt, dass Cannabis Epilepsie und andere Erkrankungen wie chronische Schmerzen und Multiple Sklerose lindern kann. Das hat wiederum erneutes Interesse an einer Substanz hervorgerufen, die am besten für ihre psychoaktiven Eigenschaften durch den Wirkstoff THC (Tetrahydrocannabinol) bekannt ist.

Der europäische Markt für medizinisches Cannabis, dessen Wachstum von rund 100 Millionen Euro in diesem Jahr auf mindestens 450 Millionen im Jahr 2022 prognostiziert wird, profitiert von einer Lockerung der Gesetzgebung in Ländern wie Deutschland, Großbritannien und Italien. Amerikanische Unternehmen wie Coca-Cola und Molson Coors hätten großes Interesse an einer Legalisierung für Cannabis in Europa. Mit ihren Cannabis-haltigen Getränke würden sie nach Europa expandieren und den Markt stürmen können. 

Im Gegensatz dazu legalisierte Kanada dieses Jahr die Verwendung von Marihuana zu Erholungszwecken und wird als Test für Produzenten angesehen, die ein globales Wachstum erwarten, da andere Länder wahrscheinlich nachziehen werden. Anfang der Woche gab der Zigarettenhersteller Marlboro an, er habe mit dem kanadischen Cannabis-Hersteller Cronos Group Gespräche über eine mögliche Investition geführt. 

Der Aktienmarkt hat in diesem Jahr eine Reihe von Cannabisfirmen an die Börse gebracht, hauptsächlich in Nordamerika. Im Oktober folgte die dänische Cannabisfirma StenoCare an der Börse und vervierfachte ihren Wert beinahe. Diese handelt immer noch zu rund dem doppelten Angebotspreis. 

Ein Anstieg der lokalen Nachfrage nach Cannabis in Kanada könnte die für den Export nach Europa zur Verfügung stehenden Volumina beeinträchtigen, und Hersteller wie Little Green Pharma könnten erheblich davon profitieren.  Little Green Pharma, das in Australien Marktführer für medizinische Cannabisprodukte ist, veröffentlicht keine Umsatz- oder Gewinnzahlen. 

 

Verwendung

Derzeit ist die Verwendung der Substanz in der Freizeit in den meisten Ländern Europas weiterhin verboten. Lediglich für medizinische Zwecke, um bestimmte Krankheiten und besonders Schmerzen zu lindern, ist es in einigen europäischen Ländern zugelassen.