In den Folgen unserer Serie haben wir bereits über den Besitztumseffekt sowie den Status-quo-Bias geschrieben. Die beiden typischen Anlegerfehler lassen sich sehr gut an den Finanzmärkten in Form eines anderen Effekts beobachten. Man spricht hierbei vom sogenannten Dispositionseffekt.

Der besagt, dass Investoren dazu neigen, Positionen, die bislang Gewinne erzielt haben, eher zu verkaufen als Verlustpositionen. Es besteht die Tendenz, dass im Verlust befindende Aktien länger im Depot der Investoren verweilen, als dies für Gewinneraktien der Fall ist. Dies hat natürlich Folgen für die Wertentwicklung des Depots. Sie führt zu einer Reduzierung der erzielbaren Rendite, denn die Gewinnerpositionen werden zu früh und die Verliererpositionen zu spät verkauft.

Der Verkauf einer Verliererposition wird häufig als eine Art Fehlereingeständnis betrachtet. Und dies steht nicht im Einklang mit dem Wunsch, nach konsistentem Handeln. Umkehrt nimmt der wahrgenommene Wert weiterer Kurssteigerungen deutlich ab, wodurch es zu früh zu Gewinnmitnahmen kommt.

 

Teil 1 der Serie: 

Die größten Anlegerfehler, Teil 1: Warum Anleger sich häufig selbst täuschen

Teil 2 der Serie: 

Die größten Anlegerfehler, Teil 2: Die Sache mit der Kontrolle und der Illusion

Teil 3 der Serie:

Die größten Anlegerfehler, Teil 3: Getrieben vom eigenen Selbstwertgefühl

Teil 4 der Serie:

Die größten Anlegerfehler, Teil 4: Warum es auf die Reihenfolge der Informationen ankommt

Teil 5 der Serie:

Die größten Anlegerfehler, Teil 5: Der Tunnelblick

Teil 6 der Serie:

Die größten Anlegerfehler, Teil 6: Die Wahrnehmungsfalle