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Strongbox CapitalAsset Allocation & Investment Strategien1 MIN LESEDAUER07.01.2019

Die größten Anlegerfehler, Teil 4: Warum es auf die Reihenfolge der Informationen ankommt

Hätten Sie es gewusst? Die zuerst genannte Information übt in der Regel einen deutlich größeren Einfluss auf das Verhalten aus, als es bei danach folgenden Informationen der Fall ist.

Die menschliche Konzentrationsfähigkeit ist nicht konstant gleich hoch, sondern nimmt im Zeitverlauf ab. Dies hat zur Folge, dass die in einer Informationsreihe zuerst übermittelten Informationen stärker wahrgenommen werden als die nachfolgenden. Die Wissenschaft spricht hier vom sogenannten Primat-Effekt.

Die Meldung

„Das Unternehmen BAYER hat im vierten Quartal einen Rekordumsatz erwirtschaftet, aber in der Auslandssparte fielen die Zuwächse niedriger als erwartet aus“

wird von Investoren positiver aufgenommen als die Meldung mit gleichem Inhalt, aber einer anderen Reihenfolge:

„Die Zuwächse in der Auslandssparte fielen niedriger aus als erwartet, dennoch hat das Unternehmen BAYER im vierten Quartal einen Rekordumsatz erwirtschaftet.“

Während bei der ersten Meldung der Rekordumsatz stärker wahrgenommen wird, dürfte bei vielen Investoren bei der zweiten Nachricht vor allem die Schwäche im Auslandsgeschäft in Erinnerung bleiben und entsprechend das Verhalten beeinflussen.

Irrationale Investitionsentscheidungen

Der Primat-Effekt besagt somit, dass die Reihenfolge der dargestellten Informationen deren Verarbeitung beeinflusst. Nachfolgende Informationen werden somit von den zuerst übermittelten Informationen in ihrer Bedeutung überlagert. Und durch die beeinflusste Informationsverarbeitung resultieren irrationale Investitionsentscheidungen.

Neben dem Primat-Effekt unterliegen Menschen auch dem sogenannten Priming-Effekt. Dieser besagt, dass später wahrgenommen Informationen von den zuerst genannten Informationen beeinflusst werden. Zumindest solange, wie diese im gleichen Kontext stehen.

Der Kontexteffekt, der den Primat- und den Priming-Effekt beschreibt, beeinflusst uns demnach in unserer Informationsverarbeitung. Während er uns dabei hilft, die Komplexität unserer Umgebung zu bewältigen, hält er uns vor allem auch davon ab, Informationen rational zu verarbeiten. Wichtige Entscheidungen, wie zum Beispiel Anlageentscheidungen, sollten wir daher regelbasierten Modellen überlassen. Diese verarbeiten Informationen ohne Verzerrungen: Im Gegensatz zu uns.

 

Teil 1 der Serie: 

Die größten Anlegerfehler, Teil 1: Warum Anleger sich häufig selbst täuschen

Teil 2 der Serie: 

Die größten Anlegerfehler, Teil 2: Die Sache mit der Kontrolle und der Illusion

Teil 3 der Serie:

Die größten Anlegerfehler, Teil 3: Getrieben vom eigenen Selbstwertgefühl

 

Strongbox Capital entwickelt regelbasierte Anlagestrategien auf Basis der Behavioral Finance-Forschung. Die Gesellschaft wurde im Jahr 2016 als unabhängige und innovative Asset Management Boutique in Zürich gegründet. Zu den Kunden zählen Pensionskassen, Versicherungen, Family Offices und unabhängige Vermögensverwalter. Der langfristige Kapitalerhalt steht im Zentrum der Anlagestrategien.