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Strongbox CapitalAsset Allocation & Investment Strategien1 MIN LESEDAUER10.01.2019

Die größten Anlegerfehler, Teil 5: Der Tunnelblick

Die ganze Wahrheit? Lieber nicht. Die selektive Wahrnehmung ist auch an der Börse ist ein weit verbreitetes Phänomen.

Menschen gestehen sich bekanntlich ungern Fehler ein. Das ist an den Finanzmärkten nicht anders. Wer eine Aktie kauft, übernimmt nur zu gerne und unkritisch entsprechend bestätigende Argumente beziehungsweise Artikel. Kritische Kommentare oder Analysteneinschätzungen zu dieser Aktie werden dagegen eher als störend empfunden und verdrängt. Man spricht in diesem Zusammenhang von der selektiven Wahrnehmung.

Wissenschaftlich gesehen ist darunter das Phänomen zu verstehen, wonach Entscheidungsträger nicht sämtliche zur Verfügung stehenden Informationen im Entscheidungsprozess berücksichtigen. Es werden vielmehr Informationen selektiv wahrgenommen. Welche Informationen jeweils Berücksichtigung finden, hängt hierbei von den jeweiligen persönlichen Vorstellungen, vorgefertigten Meinungen, Bedürfnissen und Erwartungen ab.

Erwartungen nur schwer zu ändern

Verfügt der Investor beispielsweise über stark ausgeprägte Erwartungen, so wird eine besonders hohe Anzahl von neuen Informationen benötigt, um die bereits bestehenden Erwartungen zu ändern oder sogar zu widerlegen. Dies kann dazu führen, dass durch die hohe Erwartung eines Anlegers an eine Aktie beispielsweise deutliche Warnsignale ignoriert werden.

Sind die vorherrschenden Informationen dagegen im Einklang mit den individuellen Erwartungen und den existierenden Meinungen, so werden diese eher wahrgenommen, als dies für widersprüchliche Informationen der Fall ist. Und wenn die Informationslage nicht ausreicht, sucht der Entscheider häufig selbstständig Informationen, um ein schlüssiges Gesamtbild zu ermitteln. Der Grund liegt auf der Hand: Menschen sind grundsätzlich gewillt, richtige Entscheidungen zu treffen. Entpuppt sich eine getroffene Entscheidung als Misserfolg, so versucht der Mensch, die getroffene Entscheidung mithilfe neuer Informationen zu rechtfertigen.

Ignorieren als Selbstschutz

Weicht dagegen eine Information zu stark vom existierenden Meinungsbild ab, so wird diese ignoriert oder gar nicht erst wahrgenommen. Das erklärt auch die Zurückhaltung der Börsianer, wenn es ans Realisieren von Kursverlusten geht.

In einer Welt voll inhomogener Erwartungen und Bedürfnisse führt die beschriebene selektive Wahrnehmung letztlich dazu, dass trotz gleicher Informationsgrundlage gleiche Informationen von verschiedenen Personen jeweils unterschiedlich wahrgenommen werden.


Teil 1 der Serie: 

Die größten Anlegerfehler, Teil 1: Warum Anleger sich häufig selbst täuschen

Teil 2 der Serie: 

Die größten Anlegerfehler, Teil 2: Die Sache mit der Kontrolle und der Illusion

Teil 3 der Serie:

Die größten Anlegerfehler, Teil 3: Getrieben vom eigenen Selbstwertgefühl

Teil 4 der Serie:

Die größten Anlegerfehler, Teil 4: Warum es auf die Reihenfolge der Informationen ankommt


Strongbox Capital entwickelt regelbasierte Anlagestrategien auf Basis der Behavioral Finance-Forschung. Die Gesellschaft wurde im Jahr 2016 als unabhängige und innovative Asset Management Boutique in Zürich gegründet. Zu den Kunden zählen Pensionskassen, Versicherungen, Family Offices und unabhängige Vermögensverwalter. Der langfristige Kapitalerhalt steht im Zentrum der Anlagestrategien.