Eine häufige Beobachtung, die die Wissenschaft beim Thema irrationales Anlegerverhalten macht – also Heuristiken und Verzerrungen, die Menschen beim Beurteilen von neuen Informationen anwenden – ist der so genannte Status-Quo-Bias.

Er ist ebenso als direkte Konsequenz der Verlustaversion anzusehen. Darunter versteht man die menschliche Neigung, am aktuellen Zustand festzuhalten. Die Motive dafür sind eindeutig: Die Nachteile, die aus einer möglichen Veränderung entstehen könnten, werden von den meisten Menschen häufig als größer empfunden als die möglichen Vorteile.

Dieses Verhalten lässt sich immer wieder auch bei Investoren beobachten. Denn der Mensch agiert nun mal nicht als Homo Oeconomicus also frei von Emotionen und kognitiven Limitierungen. Im Gegenteil: Auch aus Gründen des Status Quo-Bias halten Anleger viel zu lange an schlecht performenden Aktien fest.

 

Teil 1 der Serie: 

Die größten Anlegerfehler, Teil 1: Warum Anleger sich häufig selbst täuschen

Teil 2 der Serie: 

Die größten Anlegerfehler, Teil 2: Die Sache mit der Kontrolle und der Illusion

Teil 3 der Serie:

Die größten Anlegerfehler, Teil 3: Getrieben vom eigenen Selbstwertgefühl

Teil 4 der Serie:

Die größten Anlegerfehler, Teil 4: Warum es auf die Reihenfolge der Informationen ankommt

Teil 5 der Serie:

Die größten Anlegerfehler, Teil 5: Der Tunnelblick

Teil 6 der Serie:

Die größten Anlegerfehler, Teil 6: Die Wahrnehmungsfalle