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Patrick Peters2 MIN LESEDAUER11.12.2018

E-Dienstfahrzeuge, Mietwohnungsbau und Co.: Der Staat schafft Entlastung

Privatleute können sich im kommenden Jahr auf Entlastungen bei der Steuer sowie über mehr Kindergeld freuen. Teurer wird es unter anderem bei der Pflegeversicherung.

Das neue Jahr bringt für Privatpersonen auf steuerlicher Seite einige Veränderungen – einige sind positiv, andere wiederum nicht unbedingt. In jedem Falle ist es wichtig, sich mit fiskalischen Regelungen jederzeit auseinanderzusetzen, um zu wissen, welche Be- oder Entlastungen auf einen Haushalt zukommen.

Mit dem „Gesetz zur Stärkung und steuerlichen Entlastung der Familien sowie zur Anpassung weiterer steuerlicher Regelungen“ möchte der Gesetzgeber die finanzielle Situation von Familien verbessern. In dem Rahmen wird der Kinderfreibetrag zur steuerlichen Entlastung des Einkommens in zwei Schritten angehoben. Zum 1. Januar 2019 steigt der Freibetrag um 192 Euro von bisher 7.428 Euro auf nunmehr 7.620 Euro und erhöht sich im darauffolgenden Jahr um denselben Betrag auf 7.812 Euro. Auch das Kindergeld wird erhöht: Für das erste und zweite Kind gibt es 204 Euro, für das dritte 210 Euro und für jedes weitere 235 Euro. Ebenso steigt der Grundfreibetrag bezeichnet den Teil des Einkommens von jedem Steuerpflichtigen in Deutschland, auf den der Staat keine Einkommensteuer erhebt. Er steigt im Jahr 2019 auf 9.168 Euro und klettert 2020 klettert auf 9.408 Euro.

Zugleich wird über das „Gesetz zur Anpassung des Beitragssatzes in der sozialen Pflegeversicherung 2019“ der Beitragssatz um 0,5 Prozentpunkte erhöht. Durch die nun beschlossene Beitragssatzerhöhung liegt der Beitragssatz ab dem 1. Januar 2019 bei 3,05 Prozent, welcher zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern finanziert wird. Rentner und Selbstständige müssen den Beitragssatz zur Pflegeversicherung selbstständig aufbringen.

Der Mönchengladbacher Steuerberater Andreas Bartkowski (Schnitzler & Partner) weist auch darauf hin, dass die Grenzen für die sogenannten Midijobs ausgeweitet werden. „Sie gelten jetzt für Arbeitsentgelte von 450,01 Euro bis 1.300 Euro (bisher 850 Euro) für sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen. So sollen mehr Beschäftigte mit einem geringfügigen Einkommen von einem reduzierten Beitragsanteil profitieren. Dabei erwerben Midijobber die gleichen Rentenansprüche erwerben, als hätten sie den vollen Arbeitnehmeranteil in die Rentenversicherung einbezahlt.“

Die Abgeltungsteuer steht seit vielen Jahren in der Diskussion. Seit 2009 wird darunter unter anderem die Kapitalertragsteuer subsumiert. Sie wird in Höhe von 25 Prozent (26,35 Prozent mit Kirchensteuer) im Privatvermögen auf Kapitalerträge – also Zinsen, Dividenden sowie Erträge aus gewissen Versicherungsverträgen, stillen Gesellschaften, Options-, Termin- und Wertpapiergeschäften, Zertifikaten und (eingeschränkt) aus Investmentfonds – fällig. Jetzt soll die Abgeltungsteuer auf Zinserträge mit der Etablierung des automatischen Informationsaustausches abgeschafft werden, auch wenn eine Gesetzgebungsinitiative einstweilen gescheitert ist. Es werde aber laut Andreas Bartkowski vermutet, dass Kapitalerträge zukünftig der normalen tariflichen Besteuerung unterliegen und diese damit für die Anleger verteuert werden.

Auch für (private) Immobilieninvestoren gibt es eine Entlastung. In den 77 deutschen Großstädten fehlen fast zwei Millionen bezahlbare Wohnungen, so das Ergebnis einer neuen Studie im Auftrag der Böckler-Stiftung. Daher wird der Mietwohnungsneubau nun steuerlich gefördert. Dazu dient die Einführung einer Sonderabschreibung, die im Jahr der Anschaffung oder Herstellung des Mietobjektes und in den folgenden drei Jahren bis zu jährlich fünf Prozent neben der regulären Abschreibung in Anspruch genommen werden kann. Die Sonderabschreibung wird nur gewährt, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten 3.000 Euro je Quadratmeter Wohnfläche nicht übersteigen, um den Gedanken des bezahlbaren Wohnens zu forcieren. Bei höheren Kosten ist die Sonderabschreibung auf maximal 2.000 Euro je Quadratmeter Wohnfläche limitiert.

Für die Nutzer von Dienstwagen ergibt sich bei E-Fahrzeugen ebenfalls eine steuerliche Entlastung. Die Ein-Prozent-Regelung berechnet sich ab 2019 bei E-Autos nur noch aus dem halben Bruttolistenpreis. Vorgesehen ist die Absenkung des Prozentsatzes von einem Prozent auf 0,5 Prozent bei der Dienstwagenbesteuerung für ab 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2021 neu angeschaffte Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge. „Damit wird der geldwerte Vorteil für die private Nutzung eines Elektro-Dienstwagens halbiert, was zu je nach Preis des Dienstwagens nicht unerheblichen Steuervorteilen führt“, sagt Andreas Bartkowski.