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CAPinsideMärkte2 MIN LESEDAUER11.07.2018

Europa fehlen die coolen Aktien

Die Outperformance der US-Börsen liegt jeher über der der europäischen Aktien. Die aktuelle Entwicklung des Euro ist dabei auch nicht kursunterstützend.

Auch in diesem Jahr wird deutlich, dass europäische Aktien nicht mit dem Tempo der US-Werte mithalten können. Dies liegt vor allem daran, dass Tech-Aktien die Lieblinge der Investoren sind und oftmals an der Wall-Street gelistet werden.


Anhaltender Boom der Tech-Aktien

Auch in diesem Jahr konnten Unternehmen wie Twitter oder Netflix ein Wachstum von mehr als 80 Prozent hinlegen, zumindest wenn es um die Marktkapitalisierung an der Börse geht. Aus diesem Grund lässt sich auch leicht die Outperformance erklären, welche die US-Börsen auch in diesem Jahr verzeichnet. Laut Max Kettner, einem Cross-Asset-Strategen der Commerzbank, sind es vor allem die „coolen Tech-Aktien“, welche in Europa fehlen.

Auch ein genauer Blick auf die Entwicklung der wichtigsten Indizes zeigt, dass es ein Ungleichgewicht bei der Performance gibt. So konnte der S&P 500 im bisherigen Jahresverlauf rund zwei Prozent zulegen, während der Stoxx Europe 600 rund zwei Prozent verlor. Wird der S&P 500 ohne Technologiewerte betrachtet, so sinkt die Differenz allerdings deutlich und es entsteht ein Verlust von 0,9 Prozent. Zudem muss berücksichtigt werden, dass europäische Technologiewerte in diesem Jahr eine außerordentliche Performance hinlegen konnten. Dabei liegt der Anteil am Stoxx Europe bei lediglich 4,7 Prozent. Technologiewerte im S&P bestimmen rund 26 Prozent des gesamten Index.


Entwicklung des Euro ist nicht kursunterstützend

Allerdings lässt sich die eher konservative Entwicklung auch an anderen Indikatoren festmachen. Hierzu gehört beispielsweise ein eher schwaches Gewinnwachstum, wenn ein direkter Vergleich mit den US-Entwicklungen angestellt wird. Insbesondere die politische Unsicherheit aus Italien, Spanien und Deutschland verunsichert die Investoren. Zu Beginn erhofften sich Analysten eine Outperformance europäischer Aktien, welche durch einen sinkenden Eurokurs angeheizt wird. Insbesondere die Exportwerte sollten von der schwächelnden Währung profitieren. Für die Mitgliedstaaten der EU, insbesondere für Deutschland, wäre dies eine positive Entwicklung, da ein Großteil der Waren exportiert werden. Geht es nach Kettner, so konnte sich diese Hypothese bisher jedoch nicht bewahrheiten. Dies liegt vor allem daran, dass die Anleger eine stärkere Gewichtung auf die negativen Mitteilungen, welche für die Euro-Schwäche verantwortlich sind, legten. Allen voran sollte die drohende Eskalation im Zollstreit genannt werden, welche für exportstarke Unternehmen zu einem Risiko avanciert.

Dennoch muss auch ein Blick auf die historische Entwicklung der verschiedenen Indizes geworfen werden. Dieser fällt ebenfalls nicht besonders positiv für Europa aus, denn während der S&P 500 innerhalb der letzten zehn Jahre um rund 120 Prozent zulegen konnte, konnte der Stoxx Europe 600 im gleichen Zeitraum lediglich einen Anstieg von 34 Prozent realisieren. Zudem liegt das Gewinnwachstum europäischen Werte in diesem Jahr laut den Expertenprognosen bei 6,1 Prozent und im kommenden Jahr bei 8,6 Prozent. Bei US-Unternehmen soll in diesem Jahr dahingegen ein Gewinnanstieg von durchschnittlich 23 Prozent und im nächsten Jahr von 11 Prozent realisiert werden. Kleiner wird diese Differenz allerdings, wenn Technologiewerte aus der Betrachtung entfernt werden. Werden die Indizes hinsichtlich der verschiedenen Branchen bewertet, so fällt die Differenz kleiner und die Bewertung fairer aus. Dennoch bleibt eine Differenz beim Gewinnwachstum, denn grundsätzlich können vor allem US-Unternehmen ein höheres Gewinnwachstum realisieren. Dies lässt sich unter anderem auch anhand der niedrigeren Steuern erklären, welche im letzten Jahr verabschiedet wurden.