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CAPinsideWirtschaft & Unternehmen1 MIN LESEDAUER11.10.2018

Insolvenzantrag des Kaufhauses Sears wird immer wahrscheinlicher

Der Aktienkurs des traditionsreichen Kaufhauses Sears hat über 40 Prozent seines Wertes verloren. Grund dafür sind Berichte, dass die seit Jahren strauchelnde und schwer angeschlagene Marke nun endgültig einen Insolvenzantrag vorbereiten könnte. Sears hatte in den letzten Jahren mit einem verpassten Wandel hin zum Online-Geschäft zu kämpfen und musste bereits in den letzten Jahren mehrfach umstrukturieren und auf neue Geldgeber zurückgreifen.

Viele Anleger haben sich am Mittwoch dafür entschieden, die noch bestehenden Aktien von Sears aus ihrem Portfolio zu entfernen. Das führte dazu, dass der Kurs der bekannten Marke um bis zu 40 Prozent eingebrochen ist. Laut Insider-Informationen aus dem Unternehmen scheint man in der Geschäftsführung daran zu arbeiten, dass Unternehmen noch bis Freitag unter Gläubigerschutz zu stellen. Den jetzigen Gerüchten war ein Beitrag im Wall Street Journal vorausgegangen, wonach Sears sich Hilfe von M-III Partners LLC für die Vorbereitung der entsprechenden Anträge in den USA gesucht hat. Am Montag müsste das Unternehmen über 150 Millionen Dollar an Schulden zurückzahlen - und es scheint als könne man diese Summe nicht mehr aufbringen.

Überraschend ist diese Entwicklung natürlich nicht: Bereits seit Jahren hat Sears damit zu kämpfen, dass man zu spät in den so wichtigen Bereich E-Commerce eingestiegen ist. Die großen Online-Händler rund um Amazon haben ein breiteres Portfolio an Produkten zu bieten und verschiedene andere Dienstleistungen, die Sears für viele Konsumenten unwichtig gemacht haben. Dazu kommt, dass das Unternehmen in seiner Strategie für die Restrukturierung nicht erfolgreich war und ebenso mit den abflauenden Handel in den nicht mehr so beliebten Malls der USA zu kämpfen hat.


Höhepunkt in 2007 - und danach nur noch Verluste

Den höchsten Stand beim eigenen Aktienkurs konnte Sears im Jahr 2007 erreichen. Danach ging es mit der Marke allerdings rapide bergab. Seit 2008 schreibt das Unternehmen durchgehend rote Zahlen, musste immer weider seine Prognosen korrigieren und war schon in früheren Zeiten darauf angewiesen, dass der Milliardär Eddie Lampert das Unternehmen rettet. Das schien auch jetzt die Hoffnung von Sears gewesen zu sein - allerdings sind die Verhandlungen zwischen dem Unternehmen und dem Chef des Konzerns in Stocken geraten, man konnte sich nicht auf einen Plan für die neuerliche Sanierung der traditionsreichen Marke einigen. Dementsprechend könnte es nun am Freitag tatsächlich so weit sein, dass Sears den Antrag für eine Insolvenz stellen muss. Danach dürfte man sehen, wie es mit den vielen Läden und vor allem den Mitarbeitern der einst so wichtigen Handelsmarke weitergehen wird.