70 Jahre ist die Gründung des Staates Israel her. Trotz zahlreicher Kriege und einer Landschaft arm an Rohstoffen blüht die Wirtschaft des jüdischen Staates. Besonders im Bau-Sektor, in der IT und die Biotechnologie tut er sich hervor.

 

Schwerer Start

Dabei sah die Lage für den levantinischen Staat am Anfang gar nicht so gut aus: Israel und die Umgebung waren schon immer ein steiniges, trockenes Land ohne nennenswerte Rohstoffe. Die Landwirtschaft benötigte die modernsten Bewässerungstechnologien, von denen viele erst noch entwickelt wurden. Heute werden die Methoden zur Bewässerung, welche in Israel entstanden, weltweit in wasserarmen Ländern genutzt. Die Rohstoffknappheit war aber nicht das einzige Problem: Direkt nach der Gründung am 14. Mai 1948 erklärten Ägypten, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien dem Land den Krieg.

 

Starkes Wachstum

Seit 2000 ist Israel wirtschaftlich stärker gewachsen als jede andere Industrienation. Die Daten können sich sehen lassen: Die Inflation liegt bei gerade mal 0,4 Prozent, die Arbeitslosigkeit ist mit 4 Prozent vergleichsweise niedrig. Die Staatsverschuldung liegt bei 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, das Pro-Kopf-Einkommen bei 38 000 Dollar. Die Bank von Israel erwartet für dieses Jahr ein Wachstum von 3,3 Prozent und ein Exportvolumen von 100 Milliarden Dollar.

 

Militär und IT

Die IT-Branche in Israel ist fest in der Armee und Verteidigung des Landes verankert. Heute gibt es wohl kein führendes Tech-Unternehmen in Israel, bei dem nicht ein ehemaliger Soldat der Einheit 8200 mitarbeitet oder bei der Gründung beteiligt war. Die legendäre 8200 machte sich einen Namen als Fernmeldeeinheit. Früh erkannte das Militär, wie wichtig der Cyberkrieg ist. Und investiert deswegen in die digitale Kriegsführung. Das wirkt sich auch auf die High-Tech-Branche des Landes aus.

Nirgends werden so viele IT-Firmen pro Einwohner gegründet. Auf der US-Börse Nasdaq finden sich 95 israelische Unternehmen. Deutschland schafft es gerade mal auf 8. Nur die USA und China können Israel hier das Wasser reichen. Mittlerweile kommen 5400 IT-Unternehmen auf 8,4 Millionen Einwohner. Apple, Cisco, Google, IBM und Microsoft unterhalten hier Forschungszentren.

 

Fortschritte in der Biomedizin

Auch der Bereich der Biomedizin floriert in Israel. Im Jahre 1995 gab es lediglich 180 Unternehmen, die in der Medizintechnologie wirkten. Heute sind es bereits mehr als 1000. Jedes Jahr wird diese Branche um 80 Startups erweitert. Der Fokus der Life-Science-Unternehmen liegt vor allem auf therapeutische Hilfsmittel, die zur Gefäßstützung verwendet werden, oder auf diagnostische und bildgebende Technologien. Globale Konzerne wie Philips und General Electric Healthcare unterhalten hier Forschungszentren neben den vielen einheimischen Unternehmen.

 

Anhaltender Bauboom

Im Land herrscht reger Baubetrieb, überall finden sich Baustellen. Vor allem in Tel Aviv und Jerusalem wimmelt es von neuen Bauprojekten. In Tel Aviv rückt mit einem neuen Projekt die Stadt immer näher an den Strand heran. Gleichzeitig kommt man mit den Renovierungen nicht hinterher. Auch im Westjordanland entstehen neue Gebäude, nur handelt es sich hierbei um 1100 Objekte der Siedlungspolitik der Regierung. Die blühende Bauwirtschaft kann als Indikator für die gesunde israelische Wirtschaft gesehen werden.