Die globalen Aktienmärkte entwickelten sich im September uneinheitlich, aber mit einem freundlichen Unterton. US-Technologieaktien schwächelten zeitweise, Japan war ohne besondere Gründe sehr stark. Auffallend war eine deutliche Erholung der Sorgenkinder Argentinien, Türkei und Russland. Teilweise begann sich hier das fundamentale Umfeld zu stabilisieren. Zudem erfolgte eine fällige markttechnische Korrektur der jüngsten Kurseinbrüche. Bemerkenswert ist auch eine deutliche Erholung der chinesischen Börsen. Die Stimulierungsmassnahmen (zur Abfederung des Zollstreits) der Notenbank und der Regierung in Peking zeigten erste Wirkung. Beruhigend wirkte auch ein tendenziell nachgebender US-Dollar. Insbesondere sorgte dies in verschiedenen angeschlagenen Emerging Markets für eine Entspannung der Grosswetterlage. Sehr freundlich entwickelten sich auch die globalen Kreditmärkte in allen Segmenten. Insbesondere High Yield und die Emerging Markets waren sehr fest. Hier reduzierten sich die Credit Spreads um bis zu 30 Basispunkte. Deutlich angestiegen sind dagegen die Zinsen und zwar weltweit. Gründe waren stabiles Wachstum und weltweit zu beobachtender Inflationsdruck, allerdings nur moderat. Zusätzlich sorgte ein enormes Angebot von US-Staatsanleihen aufgrund der Reduktion der Fed-Bilanz und der Verschuldungszunahme für steigende Zinsen. Interessanterweise haben die Bondmärkte ihr generelles Verhalten geändert. Bessere Konjunkturdaten oder höhere Inflationszahlen werden umgehend mit steigenden Zinsen quittiert. Das war in der ersten Jahreshälfte noch nicht so ausgeprägt der Fall. Unterstützt wurde das Reflationsumfeld durch deutlich anziehende Erdölpreise und eine Stabilisierung der Kupferpreise. Nur die Edelmetalle hatten noch Mühe. Gold tendierte seitwärts, Silber sogar schwächer.


Ausblick

Die Signale unseres Makromodells für die Aktien- und Kreditmärkte haben sich im September nur wenig verändert. Die USA bleiben im positiven Bereich für Aktien und Japan wurde von neutral auf positiv angehoben. Die Kreditmärkte haben für die USA weiterhin positive Scores sowohl im Investment-Grade-Bereich als auch bei High Yield. Europa und Emerging Marktes sind neutral, allerdings mit einem positiven Unterton für EM Investment Grade. Bei den Frühwarnindikatoren (Kupferpreis, Gold/Silber-Ratio, Transportindizes) haben sich Abschwächungen und Heraufstufungen gegenseitig aufgehoben. Die zunehmend restriktive Geldpolitik der Zentralbanken läuft planmässig weiter. Zusammen mit der wachsenden Staatsverschuldung besteht damit ein zwar moderater, aber stetiger Druck zu höheren Zinsen. Hinzu kommt ein ebenfalls global zu beobachtender Trend zu mehr Inflation, was zusätzlich das Zinsniveau nach oben drückt. Sehr hohes Konsumentenvertrauen und steigende Erdölpreise unterstützen diesen Reflationstrend. Eine Ausnahme bleibt China. Hier erhöht die Notenbank die Liquidität, um potenziellen Stress wegen des Handelskonflikts zu reduzieren. Eine tendenzielle Abschwächung des US-Dollars bringt eine willkommene Entspannung für viele Schwellenländer. Damit besteht die Chance, dass sich der globale konjunkturelle Aufschwung wieder etwas gleichmässiger über die Regionen verteilt. Weiterhin steile Zinskurven bestätigen das global noch günstige Umfeld. Erst eine weitere deutliche Abflachung (tiefere langfristige Zinsen und gleichzeitig steigende kurzfristige Sätze) würde ein Abwürgen der Konjunktur durch die Notenbanken signalisieren. Die fundamentalen Einschätzungen werden auch von unserem Trendmodell bestätigt – sowohl bei den Aktien, den Zinsen als auch den Credit Spreads.

 


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