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Heino Reents2 MIN LESEDAUER01.10.2018

Mit Rentenspezialitäten der Renditedürre entgehen

Wie kann man als Investor in diesen Zeiten noch am Rentenmarkt Erträge erzielen? Einen Ausweg bieten Strategien, die flexibel, global und vor allem ohne Beschränkungen in verschiedene Anleihesegmente investieren können.

Kaufen und liegen lassen – diese Strategie gilt an den Rentenmärkten längst nicht mehr. Die Realzinsen, also der nominale Zinssatz abzüglich Inflation, sind insbesondere bei vielen Staatsanleihen aus den Industriestaaten im historischen Vergleich weiter niedrig, ja zum Teil negativ. Gerade angesichts steigender Volatilität ist vielmehr ein Ansatz gefragt, der flexibel ist und vor allem keinerlei Beschränkungen unterliegt. Wer in der Lage ist, weltweit, „unconstrained“, also ohne Zwänge und Einschränkungen, in jeder Zinsnische nach attraktiven Renditen zu suchen, dürfte gegenüber den unzähligen starren und unflexiblen Konzepten die Nase vorn haben.

Wer – bei entsprechend höherem Risiko – mehr Rendite will, muss also abseits der etablierten Rentenmärkte nach Alternativen Ausschau halten. Eine Möglichkeit sind Rentenpapiere aus den Emerging Markets. Dieser Markt hat in den vergangenen Jahren deutlich an Qualität und Tiefe gewonnen. Die Papiere in Hart- und Lokalwährungen bieten einen Renditeaufschlag gegenüber den etablierten Märkten – auch wenn Anleger dafür in der Regel höhere Schwankungen in Kauf nehmen müssen.

Doch die politisch Verantwortlichen aus den Emerging Markets haben aus den Krisen der vergangenen Jahrzehnte gelernt. In vielen Ländern wurden und werden Strukturreformen umgesetzt, Devisenreserven gestärkt und Leistungsbilanzen verbessert. So sollen wirtschaftliche oder externe Schocks besser abgefangen werden. Auch der stärkere Binnenmarkt in vielen Ländern sowie das positive Wirtschaftswachstum insgesamt bei aktuell gemäßigter Inflation stimmen positiv.


Interessante Corporate Credit-Märkte

Auf der Suche nach mehr Ertrag entdecken aber auch immer mehr Investoren öffentlich gehandelte und private Unternehmensanleihen und -kredite. Diese Corporate Credit-Märkte, die neben globalen Investment-Grade-Unternehmensanleihen auch High Yields sowie Senior Loans umfassen, stellen in vielerlei Hinsicht interessante Bausteine fürs Portfolio dar.
Denn die Märkte sind zum einen keine homogene Asset-Klasse. Die unterschiedlichen Anleihesegmente verhalten sich vielmehr unterschiedlich. Das kann sich als großer Vorteil für flexible, aktive Anleger erweisen, die ihr Vermögen frei in verschiedenen Marktbereichen und Wertpapieren anlegen können. Zum anderen ist das Anlageuniversum sehr groß.
Vor allem institutionelle Investoren nutzen Corporate Credit-Strategien bereits als Alternative oder Ergänzung zu einem klassischen Bond-Portfolio. Und das Interesse nach einer globalen, taktischen Kreditstrategie sollte weiter ansteigen. Das gilt umso mehr vor dem Hintergrund der sich ändernden Geldpolitik der Notenbanken. Gerade die Aussicht auf steigende Zinssätze und ein Anziehen der Volatilität an den Märkten dürfte die Nachfrage nach flexiblen und breit diversifizierten Corporate Credit-Strategien als Ergänzung zu traditionelleren Investments antreiben.


MBS als weitere Investmentoption

In den Fokus geraten aber auch wieder mit Hypotheken besicherte Wertpapiere. Die auch als Mortgage backed securities (MBS) bekannten Papiere haben zwar seit der Finanzkrise nicht mehr den besten Ruf. Das aber ist lange her, mittlerweile sind sie wieder eine attraktive Investmentoption. Und MBS sind mittlerweile das zweitgrößte Segment des US-amerikanischen Fixed-Income-Marktes, nach den Treasuries.
Wie auch immer die Bausteine im Einzelnen aussehen: Das entscheidende Erfolgskriterium, um in diesem schwierigen Umfeld attraktive Erträge zu erzielen, dürfte die Fähigkeit sein, die ganz Bandbreite der Fixed-Income-Märkte zu nutzen. Dies gilt insbesondere für die Duration, die Zinskurvenpositionierung und das Sektor- und Währungsengagement.
Passive Anleihestrategien sind angesichts dieser Entwicklungen wenig empfehlenswert. Damit setzen sich Anleger nur unnötigen Durations- und Kreditrisiken aus. Erfolg versprechen vielmehr Strategien, bei denen der Schwerpunkt auf Flexibilität und Diversifizierung gelegt wird. Und speziell Benchmark-unabhängige Ansätze sollten Anleger dabei unterstützen, die höhere Marktvolatilität und die zunehmende Unsicherheit besser zu meistern als mit anderen Strategien.