WhiteNav homeSTARTSEITE
8c4558af 4071 411b ba61 f2def45f4590.png?ixlib=rails 2.1
CAPinsideDigitalisierung & IT2 MIN LESEDAUER11.01.2019

N26: Die Erfolgsgeschichte des deutschen Unicorns

Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal starteten 2013 mit N26, um die Bankenwelt zu verändern. Geplant war, eine Prepaid-Kartenlösung für Jugendliche zu entwickeln. Daraus entstand das Konzept des kostenlosen Girokontos fürs Smartphone, aus dem man dann die Bank N26 gründete.

Seit seiner Gründung im Jahr 2013 hat das in Berlin ansässige Unternehmen FinTech N26 inzwischen mehr als 500 Millionen Dollar Risikokapital aufgenommen. Investoren wie Insight Venture Partners, GIC, ein in Singapur ansässiger Investmentfonds, Tencent, Allianz X, Valar Ventures, Horizons Ventures, Earlybird Venture Capital, Redalpine Ventures und Greyhound Capital haben sich beteiligt. Nach der aktuellen Finanzierungsrunde beträgt die Bewertung von N26 mittlerweile 2,7 Milliarden US-Dollar - ein seltenes, deutsches Einhorn. Zieht man den Vegleich mit der Deutschen Bank, kommt diese auf einen Wert von derzeit 14,9 Milliarden Euro.

Am Anfang stand die Idee, eine Prepaid-Kartenlösung für Jugendliche anzubieten. Eltern sollten die Möglichkeit haben, online oder über eine Smartphone-Anwendung die Kontobewegungen in Echtzeit kontrollieren zu können. Damals bezeichnete der Gründer Stalf das Smartphone als "die Bankfiliale der Zukunft". Nach der Anbindung an den Axel Springer Plug and Play Accelerator entschied man sich für den Umzug von Wien nach Berlin. 2015 ging dann die weiterentwickelte Idee Number 26 an den Start. In Zusammenarbeit mit Wirecard sollte ein kostenloses Girokonto bei MasterCard angeboten werden. “Wir verrechnen dem Kunden keine Gebühren. Wenn die Kunden ihre Karte einsetzen, verdienen wir. Dann zahlt der Händler eine kleine Gebühr, von der wir einen Teil abbekommen. Zusätzlich verdienen wir wie eine traditionelle Bank an den Geldern die unsere Kunden auf ihren Konten liegen haben”, so Stalf 2014 über das Geschäftsmodell. Das Start-up erweiterte sein Angebot noch um einen "flexiblen Dispositionskredit". Kurz darauf erhob es Gebühren für Bareinzahlungen auf das Konto. Im Jahr 2016 erhielt N26 eine eigene Banklizenz. Gleichzeitig wurde die Firma in N26 umbenannt. 700 Mitarbeiter sind derzeit für das Start-up tätig.

Nachdem man sich bereits von der Prepaid-Idee verabschiedet hatte, investierten Earlybird, Redalpine und Valar Ventures 2 Millionen Euro in das junge Unternehmen. Auch Business Angel Stefan Klestil hatte das Start-up bereits finanziell unterstützt. Im Jahr 2015 wird die Start-up-Ikone Peter Thiel schließlich auf Number26 aufmerksam und investiert. Insgesamt sind 10 Mio. € in das Fintech geflossen. Tencent und Allianz haben dann noch einmal 160 Millionen US-Dollar in N26 gesteckt. Die jüngste Finanzierungsrunde beträgt 300 Millionen Dollar.

Derzeit gibt es "2,3 Millionen Kunden in 24 europäischen Märkten", so N26. "Kunden halten derzeit mehr als 1 Milliarde Euro auf N26-Konten", sagte das Unternehmen. Im vergangenen März hatte N26 nur "mehr als 850.000 Kunden". Derzeit ist N26 in Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Island, Irland, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Slowenien, Slowakei, Spanien und Großbritannien zu finden. Im laufenden Jahr will das FinTech auch den amerikanischen Markt erschließen. Bis 2020 ist der Plan mehr als 5 Millionen Kunden zu gewinnen. Das Potential für die kommenden Jahre beziffert N26 mit mehr als 100 Millionen Kunden weltweit.

14,7 Millionen Euro betrug das Jahresdefizit 2016 laut Jahresabschluss - aktuelle Zahlen sind noch nicht bekannt. Im Vorjahr lag es bei knapp 4,7 Mio. €. Somit hat das Startup von 2012 bis 2016 insgesamt knapp 19,6 Millionen Euro verbraucht. Die Bilanzsumme der N26 Bank GmbH betrug zum Bilanzstichtag 151,84 Mio. EUR.