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private banking magazin1 MIN LESEDAUER24.08.2017

Performance IMC zieht Lehren aus Ermittlungen

Die Performance IMC will künftig in der Vermögensverwaltung nur noch handelbare Anlagen einsetzen. Das erklärte Vorstand Muhyddin Suleiman im Gespräch mit der Private Banking Prüfinstanz. Er reagiert damit auf aktuelle Ermittlungen gegen zwei ehemalige Führungskräfte des Unternehmens wegen Marktmanipulation, Untreue und Betrug beim Handel von Anleihen.

Bei der Performance IMC sollen in der Vermögensverwaltung künftig nur noch handelbare Anlagen zum Einsatz kommen. Investmentfonds oder andere Finanzinstrumente, die selbst initiiert wurden und deren Anlagestrategie das Unternehmen mitbestimmt, sind damit kein Bestandteil mehr. Das gab Muhyddin Suleiman, Vorstand der Performance IMC, im Gespräch mit der Private Banking Prüfinstanz bekannt, die aus dem Verlag Fuchsbriefe und Dr. Jörg Richter IQF besteht.

Demnach müsse ein Portfolio künftig innerhalb von drei bis fünf Werktagen vollständig liquidiert werden können, wie Suleiman im Gespräch weiter ausführt. Nach seiner Auskunft hat bislang noch kein Anleger der betroffenen Saphir-Fonds einen nachweislichen Vermögensschaden erlitten.

Die Mandanten würden dem Vermögensverwalter bisher die Treue halten, weil sich Muhyddin Suleiman um die sofortige und transparente Information zum Sachverhalt gekümmert habe. Der verbliebene Vorstand der Performance IMC gibt sich zuversichtlich, dass er das Unternehmen unter seiner Leitung erfolgreich neu ausrichten könne.

Vergangene Woche wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Mannheim unter anderem gegen zwei ehemalige Vorstände der Performance IMC ermittelt. Zusammen mit neun weiteren Beschuldigten – die jedoch nicht alle Mitarbeiter des Unternehmens sind – sollen sie seit 2009 ein Firmengeflecht genutzt haben, um Anleihen auszugeben und diese zwischen Kapitalanlegern sowie kapitalanlegenden Fonds in abgesprochenen Geschäften an der Börse zu handeln.

Die Ermittlungen hatten mehrere Anzeigen der Bafin ins Rollen gebracht. Muhyddin Suleiman ist von jedem Verdacht ausgenommen.

Konkret geht es um "Verstöße im Zusammenhang mit der Begebung von vermeintlich substanzlosen Anleihen und dem damit verbundenen Verdacht einer persönlichen Vorteilsnahme durch einen Teil der beschuldigten Personen", wie Suleiman in einer Stellungnahme der Performance IMC erklärt.

Betroffen seien der Saphir-Fonds A, B und C sowie der Diversified Strategic Asset Allocation Saphir 1 und 2. Für die Anleihen, deren Wert aktuell geprüft wird, könnten derzeit keine Kurse festgestellt werden. Presseberichte, die von "verschwundenen Geldern" ausgingen, seien nicht korrekt.

Anmerkung der Prüfinstanz

"Auf das Ergebnis im Performance-Projekt I, das nach fünf Jahren Laufzeit am 30. Juni 2016 endete und bei dem die Performance IMC den ersten Rang unter 71 Teilnehmern belegte, hätten die derzeit in der Kritik stehenden Fonds keinen relevanten Einfluss gehabt. Die Neuausrichtung der Performance IMC ist auf dem richtigen Weg. Wir verfolgen den Fortgang weiter eng. An der Einstellung der Vertrauensampel ändert sich zunächst nichts."